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Steirische Mutmacher: „Mehr Mut wäre angesagt“

Als „Autoverkaufsgesellschaft“ vor über hundert Jahren gegründet, hat sich VOGL+CO zu einem 360 Grad-Mobilitäts­anbieter entwickelt. Auf diesem Weg setzt man auf die Innovationskraft und den Mut von Nachwuchskräften, erzählen die beiden Geschäftsführer im Interview. 

Nachwuchs-Führungskräfte von VOGL+CO | Als Mobilitätsanbieter setzt VOGL+CO auf die Ausbildung von jungen Führungskräften
© VOGL+CO
Nachwuchs-Führungskräfte von VOGL+CO|Als Mobilitätsanbieter setzt VOGL+CO auf die Ausbildung von jungen Führungskräften

Die Mobilitätsbranche steckt mitten in tiefgreifenden Veränderungen und Umbrüchen. Wie kann man als traditionsreicher Autohändler darauf reagieren?

Gerald Auer: Man kann mit Antworten von gestern nicht die Fragen der Zukunft beantworten – schon gar nicht in der Mobilitätsbranche. Ein ganz wesentlicher Punkt ist dabei die Ausbildung von Nachwuchsführungskräften und Lehrlingen.

Bremst eine über 100-jährige Unternehmensgeschichte den Mut zu Neuem und die Innovationsfreude?

Oliver Wieser: Nein. Es kommt grundsätzlich auf eine gute Mischung zwischen alt und bewährt sowie jung und neu an. Wir haben Tradition und Innovation gut verbunden. In der heutigen Zeit, in der Fachkräfte besonders wertvoll sind und die Mitarbeiterfluktuation hoch ist, ist es wichtig, Unternehmenstreue und Fachwissen wertzuschätzen. Dazu zählen neue Ideen, aber gleichzeitig ist auch die Erfahrung unserer langjährigen Mitarbeiter ein wertvolles Asset. Denn jede und jeder Einzelne prägt das Unternehmen mit der Leidenschaft für den Beruf, mit Ideen sowie mit der eigenen Persönlichkeit. 

Allgemein klagt die steirische Wirtschaft über einen Nachwuchs-, Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel. Wie reagieren Sie darauf?

Gerald Auer: Aktuell bilden wir 55 Lehrlinge aus. Wir setzen sehr stark auf sie. Noch im ersten Quartal 2024 werden wir daher unsere Lehrlingsakademie starten, wo wir gezielte Unterstützungen, aber auch Zusatzfeatures in der Ausbildung anbieten. Schon jetzt werden Lehrlinge im dritten und vierten Lehrjahr bei uns besonders gefördert und gefordert, indem sie in unseren regionalen Betrieben voll in die tägliche ­Arbeit integriert sind. Wir bringen sie zu hundert Prozent in die Produktivität. Das motiviert nicht nur die Lehrlinge, sondern auch die Ausbildner.

Welche Innovationen und Impulse setzen Sie in Ihrer Mitarbeiterweiterbildung?

Oliver Wieser: Wir haben hierfür unser VOGL+CO Nachwuchsführungskräfte-Programm entwickelt, welches in der Ausbildung über den „klassischen Tellerrand“ hinaus blickt, mit Modulen zum Thema Teamfähigkeit, Projektmanagement, Kommunikation und mehr.

Gerald Auer: Mindestens ebenso schwierig, wie Nachwuchskräfte zu bekommen, ist, sie zu halten. Wir haben dafür eigens eine Personalentwicklerin, die attraktive Programme für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstellt. Da unterrichten nicht nur externe Coaches, sondern auch interne Experten. Das stärkt auch den Teamgeist und fördert die gegenseitige Wertschätzung. Teilweise kommen Lehrlinge nach ihren „Wanderjahren“ dann auch zu uns zurück. An diesen Weggabelungen der Berufskarriere sollen uns die Jungen als verlässlichen Arbeitgeber in Erinnerung beziehungsweise auf ihrer Liste haben. Dass man bei uns Karriere machen kann, zeigen Erfolgsgeschichten wie die unseres Gesamtvertriebsleiters oder von Standortleitern, die bei uns als Lehrling begonnen haben.

Wie kann man als Autohaus derartige Berufswege fördern?

Oliver Wieser: Indem man jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Ideen rund um das Thema Mobilität jene Freiräume gibt, die es braucht, damit sie sich entwickeln können. Ein Beispiel dafür ist eben unser Nachwuchs-Führungskräfteprogramm, das wir im Zuge unseres 100-Jahr-Jubiläums vor vier Jahren ins Leben gerufen haben. Im Februar 2023 hat der zweite ­Zyklus dieses Leadership-Programms begonnen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können dabei ihr Können, ihren Innovationsgeist und ihren Mut zu Veränderung beweisen.

Ihr Unternehmen bietet ein Abo-Modell für Autos und Sie positionieren sich als „360 Grad-Mobilitätsanbieter“. Braucht es mehr Mut zu Neuem im steirischen Automobilmarkt?

Oliver Wieser: Wir sind als Gesellschaft insgesamt zu mutlos und haben uns von den multiplen Krisen und den vielen schlechten Nachrichten anstecken lassen. Hier gilt es speziell in dem von uns beeinflussbaren Bereich, mit unserem Team, in eine positive Richtung zu lenken.

Gerald Auer: Historisch betrachtet haben Krisen auch immer Chancen bedeutet. Und es gilt, besonders bei multiplen Krisen, mit Mut und Innovation die zukünftigen Herausforderungen anzunehmen.

VOGL+CO

Gegründet 1919, betreibt das Unternehmen heute innerhalb der Gruppe 16 eigene Standorte und verfügt über 30 Händlerpartner in der Steiermark, dem Südburgenland und seit Kurzem auch im südlichen Niederösterreich. Die Mitarbeiterzahl ist damit auf insgesamt 420 geklettert. Als Mehrmarkenhändler verfügt man über ein Produktportfolio, das vom City-Flitzer über Sportwagen, Familyvans und SUVs bis hin zum Nutzfahrzeug reicht, und setzt dabei einen starken Schwerpunkt auf E-Mobilität.

Diese Serie soll der Schwerkraft der Krisen entgegenwirken. Sie erscheint als Medienkooperation der „Kleinen Zeitung“ und wird von den teilnehmenden Unternehmen finanziell unterstützt.