Rufbereitschaft für Ärzte gegen Personalengpass in Krankenhäusern
Mit einem Pilotprojekt will Kages die Journaldiensträder in Abteilungen der Krankenhäuser Knittelfeld und Bruck stabilisieren. Bei erfolgreicher Umsetzung soll das Projekt ausgerollt werden.
Mit einer Rufbereitschaft für Ärztinnen und Ärzte soll in den Krankenhäusern mehr Versorgungssicherheit gewährleistet werden, wie die Kages am Mittwoch berichtet. Ziel des Pilotprojekts sei, standort- und abteilungsübergreifend Ausgleich in den verfügbaren Personalressourcen für die Nachtdienstversorgung zu schaffen und somit Journaldiensträder zu stabilisieren. „Das Pilotprojekt ist ein weiterer Schritt im Sinne einer aufgewerteten Vergütung, flexibleren Dienstmodellgestaltung, um für künftige Herausforderungen besser gerüstet zu sein und die bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten sicherzustellen“, werden Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark und der Vorstand für Finanzen und Technik, Ulf Drabek, in einer Aussendung zitiert.
Entschädigung
Den teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten werden auch finanzielle Anreize geboten. „Die Bezahlung der Rufbereitschaft orientiert sich am Überstundenregulativ. Zusätzlich werden die Fahrtkosten vergütet und die Wegzeit wird als Arbeitszeit angerechnet. Nicht in Anspruch genommene Dienste werden mit einer attraktiven Pauschale entschädigt“, heißt es.
Der Pilot
Gestartet wird das Projekt in Bruck (Abteilung für Anästhesie) und in Knittelfeld (Abteilung für Innere Medizin). Im Rufbereitschaftspool befinden sollen sich Oberärzte, Fachärzte und Assistenzärzte.
Erste Zusagen
Im Idealfall dauert die Pilotphase laut Kages-Personalchef Thomas Bredenfeldt nur kurz: „Das hängt von der Beteiligung ab. Wenn sich ausreichend Kolleginnen und Kollegen melden, kann sich das Projekt schneller etablieren und auch in anderen Abteilungen umgesetzt werden.“ Erste Zusagen würde es bereits geben, in Bruck können zum Start des Pilotprojektes im Dezember bereits zehn Journaldienste bespielt werden. In Knittelfeld gibt es auch schon erste Zusagen.
Dass Bruck und Knittelfeld für die Pilotphase ausgesucht wurden, ist kein Zufall: An beiden Standorten kämpfte man, wie berichtet, in den letzten Monaten mit Personalmangel, und natürlich werde versucht, auch Stammpersonal zu gewinnen, so Bredenfeldt. Dennoch werde eine „standortübergreifende Zusammenarbeit weiterhin wichtig sein. Durch diese Entlastung sowie durch die erhöhte Dienstplansicherheit werden die einzelnen Standorte auch für neues Personal attraktiver. Die Dienste in anderen Häusern erfolgen auf freiwilliger Basis.“
Attraktiv sei das Ganze auch fürs Geldbörsel der teilnehmenden Mediziner – vor allem für (junge) Fachärztinnen und Fachärzte, die Teilzeit arbeiten – immerhin 32 Prozent. Letztlich gehe es aber darum, „unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten und damit auch die Gesundheitsversorgung zu sichern“.
