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Politik

Schafft Babler mehr als 90 Prozent?

SPÖ-Chef Andreas Babler stellt sich auf dem Parteitag in Graz der Wiederwahl. Seine Vorgänger schafften bei ihrem ersten Antreten stets mehr als 90 Prozent.

Michael Jungwirth
vor 3 Jahren10. November 2023 um 15:32
ÖsterreichInnenpolitik
Andreas Babler schaffte es im Zuge einer Kampfabstimmung an die Spitze der SPÖ. Bei einem außerordentlichen Parteitag im Juni in Linz verwies der Traiskirchner  Bürgermeister den burgenländischen Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil auf die Plätze - allerdings erst nach der Neuauszählung. Nach bereits sechs Monaten stellt sich Babler am Samstag in Graz der Wiederwahl - um gestärkt in die Nationalratswahl in etwas mehr als zehn Monaten zu gehen.
 Franz Vranitzky wurde bei einem SPÖ-Parteitag im Jahr 1986 als Nachfolger von Fred Sinowatz mit 93,6 Prozent zum  Bundesparteivorsitzenden  gewählt. Er blieb mehr als zehn Jahre im Amt, aus gesundheitlichen Gründen verließ er 1997 die Politik.
Viktor Klima übernahm 1997 das Zepter in der SPÖ. Bei seiner Kür zum Parteichef erzielte der damalige Finanzminister Klima bescheidene 90,2 Prozent. 2000 endete seine politische Karriere als Kanzler wie auch als Parteichef, nachdem er von Wolfgang Schüssel und Jörg Haider in die Opposition geschickt worden war.
Alfred Gusenbauer trat 2000 in die Fußstapfen von Viktor Klima, Wolfgang Schüssel und Jörg Haider hatten eine Koalition geschmiedet und die SPÖ auf die Oppositionsbank verbannt. Bei seiner ersten Wahl erreichte er 96,5 Prozent. Erst 2006 landete die SPÖ bei Nationalratswahlen wieder auf Platz eins 2007 zog Gusenbauer ins Kanzleramt ein .
Lang blieb Gusenbauer nicht Kanzler und Parteichef. Als die ÖVP unter Wilhelm Molterer im Sommer 2008 vorgezogene Neuwahlen vom Zaun brach, wurde Werner Faymann in der SPÖ als Spitzenkandidat installiert. Bei seinem ersten Antreten als Parteichef kam er auf beachtliche 98,4 Prozent. Bald sank sein Stern. Bei der neuerlichen Wiederwahl im November 2014 wurden es nur bescheidene 83,4 Prozent. Noch eineinhalb Jahre hielt er sich im Amt, das legendäre Pfeifkonzert am 1. Mai 2016 am Rathausplatz beendete seine politische Karriere.
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