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Programmschwerpunkt zu „85 Jahre Novemberpogrome“ und Leben im Sulmtal

ORF, 3sat und der Bayrische Rundfunk zeigen wichtige filmische Beiträge in Zeiten wie diesen.

Berlin, im Kriegsjahr 1943. Die großbürgerliche Witwe Martha Liebermann (Thekla Carola Wied) hätte sich niemals vorstellen können, ihre geliebte Heimat im Alter von 85 Jahren verlassen zu müssen
© Stanislav Honzík/ORF
Berlin, im Kriegsjahr 1943. Die großbürgerliche Witwe Martha Liebermann (Thekla Carola Wied) hätte sich niemals vorstellen können, ihre geliebte Heimat im Alter von 85 Jahren verlassen zu müssen
Christian Ude
Redakteur Kultur & Medien

„Martha Liebermann – ein gestohlenes Leben“

Basierend auf den Motiven des Romans „Dem Paradies so fern“ von Sophia Mott zeichnet Regisseur Stefan Bühling die letzten Lebenswochen der jüdischen Witwe des Malers Max Liebermann nach. Das prämierte TV-Drama (lief 2022 in der ARD, im ORF heute als Premiere) dokumentiert Marthas Versuche, der Deportation durch die Nationalsozialisten zu entkommen. Thekla Carola Wied beschrieb ihre Titelrolle als „ein Stück weit die Krönung für meine Schauspielkarriere, das Tüpfelchen auf dem i“.
ORF 2, 20.15 Uhr

„Aktenzeichen XY... Ungelöst“

Neben vier ungeklärten Fällen (u. a. Mord eines Künstlers vor der Haustür) wird bei Moderator Rudi Cerne der XY-Preis 2023 vergeben: an einen Mann, der im Skiurlaub Zeuge einer Messerattacke wurde. Er stoppte den Angreifer und rettete damit ein Menschenleben.
ZDF, 20.15 Uhr

„Heimat Österreich“

Im Sulmtal: Stephanie Mitterrutzner und Wolfgang Winkler haben mehrere Bewohner dieser malerischen südsteirischen Region noch vor dem verheerenden Hochwasser, das letzten August hereinbrach, besucht und ihren Alltag in Arbeit und Freizeit porträtiert. In Kopreinigg bei St. Ulrich etwa besuchte man Johann Lampl. Er geht auf seinem Bauernhof einem Handwerk nach, das längst vergessen scheint: dem Sensen-Dengeln. Das Filmteam war auch auf dem Mainzhansel-Hof. Georg Huhs und Marlene Dax betreiben den kleinen Bauernhof unter dem Motto „Kleiner Betrieb – große Vielfalt“, denn die beiden haben sich dem Erhalt von seltenen Rassen verschrieben.
ORF III, 20.15 Uhr

„Ein halbes Leben“

Verstörendes Drama mit Josef Hader um Schuld und Sühne, das u. a. mit dem Grimme-Preis gewürdigt wurde. Hader selbst wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis 2009 für die beste männliche Hauptrolle ausgezeichnet.
3sat, 22.25 Uhr

Szene aus „Ein halbes Leben“ mit Ursula Strauss und Josef Hader
© ZDF/Allegro
Szene aus „Ein halbes Leben“ mit Ursula Strauss und Josef Hader

„Schachnovelle“

„Für mich ist Stefan Zweigs ,Schachnovelle‘ immer noch ein enigmatisches Werk, das sich nie ganz entschlüsselt. Er hat das 1942 zu einer Zeit geschrieben, in der Europa bereits ein Schlachthaus war“, sagt Regisseur Philipp Stölzl, der 2021 diese interessante Kinoadaption drehte. Seine Inszenierung sei „in radikaler Fokussierung auf den psychischen Verfall eines Mannes“ erfolgt, konstatierte ein Kritiker.
Bayern, 22.45 Uhr

„Landleben: Im Gailtal“

Gestalter Martin Vogg porträtierte für die Brauchtumsreihe des Spartensenders für Kultur und Information das Untere Gailtal, das sich von Hermagor bis nach Fürnitz zieht, und seine Menschen.
ORF III, 21.55 Uhr

Die Eggeralm im Gailtal
© ORF
Die Eggeralm im Gailtal

Hörenswert

Radiokolleg. Ö 1, 9.05 Uhr. „Berta, das Ei ist hart!“ Mit diesen schicksalsschweren Worten beginnt einer der berühmtesten Loriot-Sketche. Hermann und Berta, durchschnittliche deutsche Eheleute, sitzen beim Frühstück und beginnen, sich immer hemmungsloser über ein zu hart gekochtes weiches Ei in die Haare zu kriegen. In Universitätsseminaren wird Loriots Sketch schon seit Längerem als Anschauungsbeispiel für missglückte Kommunikationsakte herangezogen. Ein Radiokolleg über Loriot, der 100 geworden wäre, mit dem Untertitel „Der preußische Bajazzo“.