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Wie Dominic Thiem vom Held der Nation zum Sorgenkind wurde

Heute vor einem Jahr zog sich Dominic Thiem eine schwerwiegende Verletzung an der rechten Schlaghand zu, die vieles im Leben des Tennisstars veränderte.

Bei Dominic Thiem lief es zuletzt nicht nach Wunsch
© GEPA pictures
Bei Dominic Thiem lief es zuletzt nicht nach Wunsch

Heute vor einem Jahr zog sich Dominic Thiem beim Rasenturnier auf Mallorca eine schwerwiegende Verletzung am Handgelenk zu. Nach immer wieder verschobenen Comebackversuchen kehrte der Österreicher nach 280 Tagen Absenz Ende März beim Challenger in Marbella auf die Profitour zurück. Insgesamt siebenmal hat der Lichtenwörther nunmehr Anlauf genommen, endlich den ersten Sieg auf der ATP-Tour zu feiern – siebenmal ist der 17-fache Turniersieger an diesem Vorhaben gescheitert.

Nach der Auftaktniederlage bei den French Open entschied sich der im Computer mittlerweile auf Position 343 abgestürzte Niederösterreicher zu jenem Schritt, den er wohl schon weit früher hätte setzen sollen: Thiem stieg wieder aus dem Turniergeschehen aus, um sich mit zusätzlichen Trainingseinheiten wieder bestmöglich seiner alten Form annähern zu können.

Die mangelnde Transparenz

Dass der US-Open-Triumphator 2020 zu früh wieder ins Profigeschäft eingestiegen ist, räumte er nun auch bei einem Pressetermin in Traiskirchen ein. Er hätte das Tour-Leben vermisst, zugleich aber gewusst, dass er vom spielerischen Standpunkt her noch nicht bereit dafür sei. Es ist wieder ein Beispiel für jenen Makel, der seit geraumer Zeit an der Karriere des Österreichers haftet: die mangelnde Transparenz. Warum Thiem schon vor Monaten der Öffentlichkeit glaubhaft machen wollte, bereit für ein Comeback zu sein, bleibt sein Geheimnis. Und auch jenes seines Umfeldes.

Und dieses Umfeld (vom einstigen Erfolgsteam mit Manager Herwig Straka, Physio Alex Stober, den Fitness-Coaches Duglas Cordero und Mike Reinprecht sowie Freund und PR-Mann Lucas Leitner ist nur noch der mittlerweile zu hinterfragende Trainer Nicolas Massu übrig) hat dafür gesorgt, dass in der Wahrnehmung der rot-weiß-roten Öffentlichkeit vom einstigen Tennis-Liebkind der Nation nicht mehr viel übrig geblieben ist.

Springen Sponsoren ab?

So schottet die Agentur Kosmos den 28-Jährigen immer mehr ab. Informationen über oder Interviewtermine mit Thiem sind so gut wie nicht mehr zu bekommen. Stimmen die Gerüchte, sollen bereits potente (heimische) Sponsoren dem Österreicher den Rücken kehren wollen. Möglicherweise alles einkalkuliert, ziele man bei Kosmos doch auf den internationalen Markt ab. Bisher allerdings ohne nennenswerten Erfolg.

Ob richtig oder falsch – Dominic Thiem und/oder seine Familie haben sich für diesen Weg entschieden. Und es bleibt aus heimischer Tennissicht nur zu hoffen, dass dieser Weg den ehemaligen Weltranglistendritten zurück Richtung Spitze führt. Die nächste "Rückkehr" ist beim Challenger in Salzburg (ab 4. Juli) geplant. Im Idealfall kann Dominic Thiem dort eine erste Basis für seine zweite, hoffentlich ähnlich erfolgreiche Tenniskarriere legen.

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