„Symptome lindern und eine gute Lebensqualität bewahren“
In einem Hospiz werden unheilbar kranke Menschen mit sehr starken Symptomen, beispielsweise Schmerzen, medizinisch und pflegerisch betreut. Wir haben mit DGPKP Désirée Amschl-Strablegg, Bereichsleiterin Palliativ und Hospiz bei den Grazer Elisabethinen, über die Aufgaben eines Hospiz, über das Leben in einem Hospiz und darüber gesprochen, wie es für seine BewohnerInnen ein würdevolles, leistbares und schönes letztes Zuhause werden kann.

Die Elisabethinen in Graz betreiben zwei Hospizeinrichtungen: Seit 2017 in Graz-St. Leonhard das VinziDorf-Hospiz, eine Einrichtung für die medizinisch-pflegerische Betreuung unheilbar kranker, obdachloser Menschen. Und seit 2018 das stationäre Hospiz St. Elisabeth, das zusammen mit der seit 1998 bestehenden Palliativstation am Krankenhausstandort in der Elisabethinergasse geführt wird. Dort werden Menschen mit einer fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankung aufgenommen, welche eine stationäre Betreuung benötigen.
Welche Leistungen bringt ein Hospiz für die in ihm betreuten Menschen?

Désirée Amschl-Strablegg: Im Vordergrund steht die pflegerische und medizinische Versorgung. Diese hat das Ziel, die belastenden Symptome wie Schmerzen zu lindern, um den Hospizbewohnern eine möglichst hohe Lebensqualität zu bewahren. Ergänzend dazu bieten wir den BewohnerInnen und ihren Angehörigen eine psychosoziale und seelsorgliche Begleitung.
Worauf soll man bei der Auswahl eines Hospiz achten?
Die österreichischen Hospize bieten alle sehr ähnliche, hochwertige Leistungen, deshalb stellt sich diese Frage eigentlich nicht. Man kann davon ausgehen, dass die Betreuung in allen ähnlich gut ist. Was man aber wissen sollte ist, dass aktuell nur eine sehr begrenzte Anzahl von Hospizbetten zur Verfügung steht.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um in ein Hospiz zu gehen?

Wenn eine unheilbare Erkrankung zu so belastenden Symptomen führt, wie z. B. Atemnot oder Schmerzen, sodass eine Betreuung zu Hause oder in einem Pflegeheim nicht mehr möglich ist.
Von wem werden die Menschen im Hospiz betreut?
Unser Hospiz-Team besteht aus Diplomierten Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, Physio- und PsychotherapeutInnen und SeelsorgerInnen. Unterstützt wird es von ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen. Und die MitarbeiterInnen in einem Hospiz haben spezielle Zusatzausbildungen, damit sie ihre Bewohner und deren Angehörige gut durch diese schwere Zeit begleiten können.
Darf man in ein Hospiz eigentlich persönlichen Sachen mitnehmen?

Ja natürlich! Sehr beliebt sind Bilder, Ziergegenstände oder Pölster. Möbelstücke sind immer eine Frage der Zimmergröße.
Wie ist der Tagesablauf in einem Hospiz?

Der Tagesablauf ähnelt dem in einem Krankenhaus oder Pflegeheim. Allerdings ist in einem Hospiz mehr Individualität möglich, z.B. was persönliche Vorlieben beim Essen angeht. Ein Hospiz kann jederzeit für einen Spaziergang, einen Ausflug oder sogar eine Übernachtung verlassen werden. Und wir achten darauf, dass im Sinne einer hohen Lebensqualität, der Kreativität der Bewohner, ihrer Angehörigen und auch des Betreuungsteams, im Rahmen des Machbaren, kaum Grenzen gesetzt werden.
Wie wird (m)ein Hospizaufenthalt finanziert?
Gut zu wissen
Derzeit finanziert sich der Aufenthalt in einem Hospiz, sofern man krankenversichert ist, wie in einem Pflegeheim. Das bedeutet, dass 80 Prozent der Pension sowie das Pflegegeld dafür herangezogen werden. Wir Elisabethinen möchten unsere Hospizbetreuung allen Menschen ermöglichen, so auch jenen, für die dies finanziell nicht leistbar ist. Besonders in unserem VinziDorf-Hospiz, wo wir obdachlose Menschen bzw. Menschen ohne Krankenversicherung betreuen. Um dies gut erfüllen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Das Kloster der Elisabethinen in Graz besteht seit 1690. Damals kamen die Gründungsschwestern nach langer, beschwerlicher Reise in Graz an. Ihnen ist es zu verdanken, dass es das Krankenhaus der Elisabethinen am heutigen Standort gibt.
Mit dem Leitgedanken "Schaue hin und handle" sind die Schwestern bis heute für Menschen in Grenzsituationen da: In Krankheit, im Leid und auch im Sterben.
Seit 2017 betreiben sie das VinziDorf-Hospiz für Obdachlose in Graz-St. Leonhard und seit 2018 das stationäre Hospiz St. Elisabeth im Verbund mit der seit 1998 bestehenden Palliativstation an ihrem Krankenhausstandort in der Elisabethinergasse.
Die Elisabethinen sind für jede Spendefür den Hospizbetrieb dankbar. DANKE!
Entstanden in Kooperation mit Elisabethinen Graz.