Diese fünf Eisenbahnkreuzungen werden nun um 150 Millionen Euro unterführt
150 Millionen Euro: Bund, Land und Stadt unterführen fünf Eisenbahnkreuzungen in Graz. Ein neuerlicher Unfall macht die Dringlichkeit deutlich. Die Details.

Zum Glück gab es diesmal keine Verletzten. Am Dienstag kam es zu einem neuerlichen Unfall bei einer ungesicherten Eisenbahnkreuzung in Graz, diesmal in der Peter-Rosegger-Straße. Ein 32-Jähriger rollte mit seinem Pkw trotz Rotlicht in die Kreuzung, der vorbeifahrende Zug streifte den Wagen. Der genaue Unfallhergang wird noch ermittelt, der Fahrer und dessen neunjährige Tochter kamen mit dem Schrecken davon.
In der Vergangenheit gingen solche Unfälle nicht so glimpflich aus: 2021 krachte es zuletzt, damals in der Harter Straße und mit tödlichem Ausgang. Ebenfalls tödlich endete ein Unfall 2018 in der Grottenhofstraße, als ein Bus der Graz Linien mit einem Zug kollidierte.
Das Versprechen der Politik braucht Zeit – jetzt wird es eingelöst
Damals gab die Politik das Versprechen ab: Alle Eisenbahnkreuzungen werden nachgerüstet, wo geht, wird unterführt. Nach langen Planungen und intensiven Verhandlungen zwischen GKB, Bund, Land und Stadt stehen die ersten Schritte hin zu neuen Unterführungen nun unmittelbar bevor: Von den damals insgesamt zwölf ungesicherten Bahnkreuzungen werden bis 2029 fünf unterführt. Ein entsprechender Gemeinderatsbeschluss wird für die Mai-Sitzung vorbereitet.
Rund 150 Millionen Euro soll das Mega-Projekt kosten, GKB, Land und Stadt teilen sich die Kosten, wobei die Stadt 30 Prozent übernimmt. Das schlägt sich im städtischen Budget mit rund 50 Millionen Euro nieder.
Todeskreuzung mit Schranken entschärft
Die Todeskreuzung Grottenhofstraße wurde schon 2019 mit einem Schranken entschärft, eine Evaluierung der Fachleute hat dann "eine deutliche Priorisierung von fünf besonders gefährlichen Standorten ergeben", so Planungsstadträtin Judith Schwentner (Grüne).
Die fünf Kreuzungen sind: Peter-Rosegger-Straße, wo ab 2024 gebaut werden soll, 2025 folgen dann Kärntner- und Gradnerstraße, im Jahr 2027 die Wetzelsdorfer und Reininghausstraße. Bauzeit ist jeweils rund zwei Jahre.
Die Unterführungen sind auch notwendig, weil die GKB ab 2025 ihren Takt deutlich verdichten kann. Im Zuge der Elektrifizierung der S-Bahnstrecke fährt der "rote Blitz" dann teils im 15-Minuten-Takt, so Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ). Bei reinen Schrankenanlagen würden dann die extrem langen Schließzeiten den Autoverkehr komplett lahmlegen.
Bei vier Unterführungen werden auch Nahverkehrsknoten mitgeplant
Vizebürgermeisterin Schwentner betont, dass bei allen Unterführungen auch "vorrangig Gehwege und Radverkehr mitgedacht werden" – und bei vier der fünf ein Nahverkehrsknoten entstehen soll. Bei der Peter-Rosegger-Straße wird bereits die angedachte Tram-Erweiterung mitgedacht und die Unterführung so geplant, dass die Straßenbahn die Steigung jedenfalls schafft.