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Marco Kasper hat einige Fleißaufgaben erledigt

Die NHL startet in exakt einem Monat. Marco Kasper durchläuft bei Detroit Red Wings alle Phasen der Saisonvorbereitung. Von der NHL spricht er nicht. Aber der Klagenfurt ist für alles gewappnet.

Marco Kasper im Kraftraum des EC KAC
© (c) GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber
Marco Kasper im Kraftraum des EC KAC
Von  Martin Quendler-Trabesinger und Martin Quendler

Der erste Eindruck, so sagt man, bleibt ewig in Erinnerung. Und kann zum Maßstab für alles Weitere sein. Egal, ob im Job oder im Sport. Marco Kasper erlitt bei seinem Debüt in der besten Eishockeyliga der Welt einen Kniescheibenbruch. Nach nur einer Partie war das Abenteuer NHL vorerst unterbrochen. Immenser Respekt blieb an ihm haften. Ein Bonus für die bevorstehende Saison bedeutet das aber nicht. Das Geschäft in der NHL ist schnelllebig, die Gegenwart zählt. Und hier überlässt Marco Kasper nichts dem Zufall.

Den ganzen Sommer lief die Vorbereitung streng nach der Regie von Detroit Red Wings. Der NHL-Klub hatte 2022 die Rechte an Kasper erworben und ihn mit einem Einstiegsvertrag ausgestattet. Sein Kniescheibenbruch war lästig, aber kein Drama. Schon gar nicht für den Klagenfurter, der Widrigkeiten als zusätzlichen Ansporn sieht. "Ich bin völlig schmerzfrei, konnte super trainieren. Das geschah nach Steuerung von Detroit mit KAC-Performance-Coach Robert Mager", erzählt Kasper, der bei den Rotjacken gern gesehener Trainingsgast war und sich im Kabinentrakt frei bewegen durfte.

Spezialtrainings mit Raffl und Koch

Woran im Sommer gearbeitet worden ist? "Zuerst natürlich am Muskelaufbau nach der Verletzung. Und mein Ziel war es, spritziger zu werden." Auf dem Eis wurde an der Schusstechnik, am Eislaufen gefeilt – mit Eiseinheiten an Randzeiten frühmorgens oder spätabends. Das Spezielle dabei: Kasper holte sich punktuell Hilfe. Mit Thomas Koch etwa verfeinerte er seine Bullytechniken. Und Michael Raffl bereitete ihn generell auf das Leben in Nordamerika vor: "Er hatte einiges zu erzählen. Man weiß ja nicht, wenn man aus Europa kommt, wie es da in der Kabine wirklich abläuft. Seine Geschichten von den Auswärtsreisen waren cool zu hören. Das will man natürlich selbst erleben."

Das ist das eine. Kaspers Karriere fußt eben nicht auf dem Zufallsprinzip. Insofern bereitete sich der 19-Jährige auf alle Eventualitäten vor. Dazu zählen natürlich auch Fights. "In Schweden ist das verpönt. Aber ein Spieler wie ich, der hart spielt, muss in Nordamerika mit den Big Boys damit rechnen, dass die Fäuste fliegen." Und gab es Unterstützung von Wolfsburg-Trainer und Ex-VSV-Kämpfer "Iron Mike" Stewart. Seine Ratschläge? "Solange es geht, einem Fight aus dem Weg gehn. Wenn es aber dazu kommt, zeigen, dass man weiß, was man tut. Und drittens: den ersten Schlag setzen", fasst Kasper zusammen.

Kasper: "Werde mein Bestes geben"

Doch der Fokus liegt beim Klagenfurter, der zuletzt wie David Reinbacher in Washington bzw. Virginia von der Spielergewerkschaft NHLPA einen Kompass hinsichtlich NHL-Zukunft erhalten hatte, klarerweise auf Eishockey. Kasper wirkt cool, reif, gefestigt und bleibt realistisch: "Am Mittwoch beginnt das Rookie Camp in Traverse City. Dann folgen Spiele gegen Dallas, Columbus und Toronto. Die Konkurrenz ist enorm. Viele wollen dort zeigen, was sie können. Ich werde einfach mein Bestes geben."

Für die Spieler beginnt in den nächsten Wochen eine beinharte Auslese. Nach dem Rookie Camp erfolgt das offizielle Red-Wings-Trainingscamp, bis zum Saisonstart in exakt einem Monat (11. Oktober) bei New Jersey Devils, wird der Kader wöchentlich auf schlussendlich 23 Mann reduziert. Es wäre beachtlich, sollte Kasper auf Anhieb den Sprung in die NHL schaffen. Wahrscheinlicher ist, dass er ins Farmteam Grand Rapids Griffins (AHL) einrückt. Wer jedoch mit einem Kniescheibenbruch ein Eishockeyspiel zu Ende spielt, dem ist alles zuzutrauen.

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