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Daten zu Krebsversorgung nötig

Jährlich erkranken etwa 42.000 Menschen in Österreich an Krebs. Ein zentrales Thema ist deshalb die Vernetzung von Daten, um Patientinnen und Patienten schnell die bestmögliche Behandlung bieten zu können.

Werzers See Resort, Pörtschach am Wörthersee: Mag. Dr.  Herbert Puhl, Prim. Dr. Wolfgang Raunik, Hon. Prof. Dr. Karl Cernic, Dr. Edgar Starz, Mag. Karin Hummer, Mag. Dr. Ingrid Friedl, Dr. Wolfgang Schantl.  Online zugeschaltet war Univ. Prof. Dr. Philipp Jost
© Fessl
Werzers See Resort, Pörtschach am Wörthersee: Mag. Dr. Herbert Puhl, Prim. Dr. Wolfgang Raunik, Hon. Prof. Dr. Karl Cernic, Dr. Edgar Starz, Mag. Karin Hummer, Mag. Dr. Ingrid Friedl, Dr. Wolfgang Schantl. Online zugeschaltet war Univ. Prof. Dr. Philipp Jost

Das rasant zunehmende Wissen aus der Forschung erweitert die Möglichkeiten zur Krebsdiagnose und -therapie enorm. Dies führt dazu, dass eine Krebserkrankung nicht mehr zwangsläufig mit dem Tod einhergeht, sondern vielfach eine chronische Erkrankung wird. Allerdings stellen Unterschiede in der onkologischen Versorgung sowie die stetige Anzahl und die Häufigkeit von Krebserkrankungen eine zentrale Herausforderung für das österreichische Gesundheitssystem dar.

Herausforderungen

  • Datenhandling: Es bedarf im Sinne der DSGVO einheitlicher Verträge mit allen onkologischen Stellen, welche Daten in das klinische Krebsregister einpflegen.
  • Vertrauensbasis: Es besteht eine medizinische, aber auch rechtliche Verantwortung gegenüber den teilnehmenden Krankenanstalten und den Beitragszahler:innen.
  • Ausbildung: Es bedarf qualifizierter Dokumentar:innen. Doch zurzeit besteht in Österreich noch keinerlei Ausbildungsmöglichkeit für dieses international anerkannte Berufsbild.
  • Erfahrung: Auf regionaler Ebene besteht bereits breites Wissen hinsichtlich der Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bezogen auf verlaufsbezogene Krebsregister.
  • Finanzierung: Eine bundeseinheitliche Lösung wäre zielführend und notwendig.

Wie man diese lösen könnte, war Thema eines Treffens führender Gesundheitsexpert:innen aus der Steiermark und Kärnten, das auf Initiative des gemeinnützigen Vereins „PRAEVENIRE – Gesellschaft zur Optimierung der solidarischen Gesundheitsversorgung“ in Pörtschach am Wörtersee stattfand.
Um die Forschung und vor allem die Versorgung weiter zu verbessern, so die Expert:innen, sind verlaufsbezogene Krebsregister notwendig. Bis dato werden solche Daten in Österreich auf nationaler Ebene noch nicht abgebildet, obgleich es bereits vielversprechende Projekte einzelner Krankenanstaltenverbünde gibt. Durch solche Register lassen sich Verbesserungspotenziale besser erkennen. Auch könnten innovative onkologische Präparate gezielter und effizienter eingesetzt werden. Der entscheidende Faktor für ein solches verlaufsbezogenes Krebsregister ist eine standardisierte, strukturierte Dokumentation. Dazu bedarf es neben einer Vernetzung der Bundesländer durch geeignete Koordinationsstellen auch der Etablierung einer einheitlichen onkologischen klinischen Akte sowie einer trägerübergreifenden strukturierten Tumorboardmaske, um eine nachvollziehbare und standardisierte Dokumentation gewährleisten zu können.

Zur Umsetzung sei, so die Expert:innen nun eine gewisse Aktivierungsenergie seitens der Politik nötig, um die entsprechenden Rahmenbedingungen sowie Leitlinien zu schaffen.

Nähere Informationen

www.praevenire.at