Katharina Liensberger ist beim ÖSV Chefsache

Um die Doppelweltmeisterin wieder zurück in die Erfolgsspur zu führen, bleibt nichts unversucht. Nach Livio Magoni holt Herbert Mandl nun den nächsten großen Namen. Mathias Berthold soll dafür sorgen, dass der Ausweg aus einer bisher verkorksten Saison gelingt. Neue Trainer, neue Wege, andere Impulse und Sichtweisen – alles Dinge, die in schwierigen Phasen helfen mögen; jedoch auch Unruhe bringen können, vor allem innerhalb eines Teams.
Als sicher gilt dabei im Sport: Kaum eine Karriere verläuft ohne Tiefs. Auch Katharina musste schon 2019 harte Wochen durchmachen. Nach wochenlangem Hin und Her scheiterte ein von ihr forcierter Markenwechsel kurz vor Saisonstart. Performance sowie Erfolg stellten sich jedoch fast augenblicklich wieder ein. Auch dank reichlicher Manpower aus der Serviceabteilung des ÖSV. Die erlernte Herangehensweise, in schwierigen Phasen auf eine individuelle Betreuung und eigens abgestelltes Personal zu setzen, um die Trendwende zu vollziehen, ist folglich absolut plausibel.
Dass der Verband alles tut, um seine aktuell erfolgreichste Technikerin wieder auf die Erfolgsspur zu bringen, ebenso. Wichtig dabei wäre aber auch, der Athletin selbst genügend Spielraum zu lassen, um sich eigenständig aus dem Sumpf zu ziehen. Dabei geht es nicht darum, es ihr schwerer zu machen oder länger dauernden Prozessen grundsätzlich kurzfristige Lösungen und Abkürzungen vorzuziehen, sondern darum, für eine nachhaltige Entwicklung und Strategie zu sorgen. Auch und vor allem im Hinblick auf die gesamte Mannschaft.
Ich wünsche Katharina, dass sie bereits bei dieser WM wieder ganz vorne anschließen kann. Und hoffe dabei stark, dass die Unruhe rund um ihre Person und um das eigens für sie abgestellte Personal nicht auf Kosten anderer Athletinnen im Team geht bzw. sich zukünftig nicht in dieser Form als generelle Lösungsstrategie etabliert.
Eva Maria Brem war RTL-Weltcupsiegerin und Sportlerin des Jahres.




