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Chronik

So verbringen Auslandssteirerinnen die Feiertage

Sie leben oder arbeiten im Ausland – auch an den Feiertagen. Sechs Auslandssteirerinnen und -steirer erzählen, wie sie heuer Weihnachten verbringen.

vor 4 Jahren25. Dezember 2022 um 05:08
SteiermarkWeihnachten
Familie & Beziehung
„Ich bin es gewöhnt an Weihnachten zu arbeiten. Meine Frau lebt in Izmir in der Türkei, meine Tochter in Utrecht in den Niederlanden. Wir sehen uns erst nach den Feiertagen, weil an Weihnachten im Hotel die meiste Arbeit anfällt. Inder, Europäer, Amerikaner – alle, die in Doha leben, kommen an Weihnachten zu uns oder holen ihre Truthähne zum Mitnehmen. Die letzten Tage waren schwer, ich musste mich von vielen Mitarbeitern verabschieden. Sie wurden nur während der Fußball-WM eingestellt. Während der WM hatten wir neben den 14 Restaurants und Bars noch 18 weitere im Betrieb. Jetzt kehrt der Normalbetrieb wieder halbwegs zurück. Obwohl die klassische Weihnachtsbeleuchtung fehlt, versuchen wir zumindest im Hotel mit Dekoration und eigenem Weihnachtsmenü für die richtige Atmosphäre zu sorgen.“
„Seit knapp zwei Monaten leben mein Mann und ich in Bodhgaya im Norden Indiens. Wir arbeiten bei einem Bildungsprojekt mit. Er ist Kinderarzt und kümmert sich um die Untersuchungen. Ich arbeite mit den Kindern an mehreren Projekten, wie etwa einem Wasserfilter für das Trinkwasser oder beim Anbau eines medizinischen Kräutergartens. An Weihnachten kochen wir für 350 Schulkinder. Puri Bhaji, ein traditionelles, vegetarisches Gericht. Das ist unser Weihnachtsessen. Dann spielen wir mit den Kindern im ausgetrockneten Flussbett Volleyball, später singen wir Weihnachtslieder. Dass in Indien Weihnachten gefeiert wird, ist quasi ein Überbleibsel der Kolonialzeit. Weihnachten nicht mit Familie und Freunden verbringen zu können, ist schade. Aber es ist einmal etwas anderes, das hat auch was.“
„Ich habe meine Frau Supattra in Österreich kennengelernt, dann haben wir entschieden wir gemeinsam nach Thailand zu gehen. Für mich ist Weihnachten hier die schlimmste Zeit des Jahres (lacht). Ich war ein Weihnachtsfanatiker, habe immer traditionell gefeiert. Thailand ist mehrheitlich buddhistisch, somit feiert man Weihnachten kaum. Im Tourismus schon. Vieles ist sehr kitschig geschmückt. Es fühlt sich für mich aber immer noch komisch an, Weihnachten unter Palmen zu feiern. Wir haben zur Weihnachtszeit Hauptsaison im Restaurant und sind so beschäftigt, dass man nicht zum Denken kommt. Aber wenn ich am 24. Dezember um Mitternacht nach Hause komme und weiß, dass in Österreich gerade Bescherung ist, vermisse ich Weihnachten sehr.“
„Zum Weihnachtsfest essen wir getrocknete und geräucherte Lammrippen, dazu Kohlrübenmus, Kartoffeln und Rosenkohl. Dann gibt es Nachspeisen und ein spezielles Weihnachtsbier. In Norwegen bringt nicht das Christkind die Geschenke, sondern der Weihnachtsmann. In unserer Familie bekommt er aber trotzdem Unterstützung vom Christkind. Es gibt auch andere Figuren, wie etwa einen Troll, der aufpasst, dass alles in Ordnung ist. Für diesen stellen Familien rund um den Weihnachtsabend eine Schüssel Brei vor die Tür. In das Fenster hängt man einen Weihnachtsstern, vor die Tür einen Kranz. Das Weihnachtsfest feiern wir am 24. Dezember - abwechselnd mit meiner Familie in Anger bei Weiz, mit meiner Schwiegerfamilie in Ostnorwegen oder mit Freunden im norwegischen Bergen.“
„Seit drei Monaten unterrichte ich Englisch in einem Kindergarten und wohne im Haus meiner Chefin Chau und ihrer Familie. Außer mir hat auch ein Pärchen aus Italien eine Wohnung gemietet. Wir werden heuer alle zusammen Weihnachten feiern. Prinzipiell ist das kein wichtiger Feiertag in Vietnam, deswegen gibt es auch kein spezielles Essen. Chau wird für uns Brathendl mit Erdäpfeln machen. Sie muss aber erst noch den Ofen testen, weil Vietnamesen üblicherweise nicht wirklich backen. Zum Nachtisch gibt es Früchte, die Auswahl ist hier wirklich unbeschreiblich. Wir trinken Glühwein, allerdings mit Eiswürfel, weil es abends immer noch 25 Grad hat. In Vietnam bringt Santa Claus die Geschenke, sie liegen unter einem Plastikbaum. Wie in Österreich wird erst gegessen, dann gibt es die Bescherung.“
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