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Stehen geplante GKB-Unterführungen dem S-Bahn-Tunnel im Weg?

Der Gemeinderat soll morgen die Gelder für fünf GKB-Unterführungen freigeben, die bereits von Ex-Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) versprochen wurden. Jetzt äußerst die ÖVP aber Kritik.

2018 kam es zum tragischen Unfall an der GKB-Kreuzung in der Grottenhofstraße
© Erwin Scheriau
2018 kam es zum tragischen Unfall an der GKB-Kreuzung in der Grottenhofstraße
Gerald Winter-Pölsler
Stv. Leiter Steiermark-Ressort

147,2 Millionen Euro sollen sie kosten, die fünf GKB-Unterführungen für Auto- und Radverkehr, die die Stadt Graz errichtet will. Den größten Teil davon stemmen Land und Bund, aber auch für das städtische Budget bleiben Kosten von 53 Millionen Euro. Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) bringt das entsprechende Stück in den Gemeinderat ein, der am Donnerstag grünes Licht geben soll.

Das Projekt geht auf ein Versprechen von Ex-Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) zurück, nachdem es 2018 zu einem tödlichen Unfall auf einer ungesicherten GKB-Kreuzung kam. Jetzt meldet aber die ÖVP massive Bedenken an. "Natürlich steht die Sicherheit an oberster Stelle", betonen die Gemeinderäte Georg Topf und Peter Piffl-Percevic. Ihr Aber: Manche der fünf Unterführungen würden der großen, von der Koalition geplanten S-Bahn-Lösung im Weg stehen.

ÖVP-Kritik: Manche Unterführungen widersprechen dem ÖV-Expertenpapier

Etwa die Unterführung Reininghausstraße: "Die machte keinen Sinn, soll doch dort eigentlich die S-Bahn unterirdisch geführt werden", so Topf. Tatsächlich taucht im großen ÖV-Expertenpapier, das heuer im Juni präsentiert wurde, der kurze S-Bahn-Tunnel dort bereits ab. "Kommt die Unterführung, scheidet diese Variante, die bei den Experten am besten abschneidet, aus", schüttelt Piffl-Percevic den Kopf.

Oder die Unterführung Kärntner Straße: Auch diese widerspreche in der geplanten Form dem Expertenpapier. Dort ist nämlich als Konsens aller Experten die Anbindung der Tram-Linie 5 an den Nahverkehrsknoten Webling festgeschrieben. "Das ist in der vorliegenden Planung zur Unterführung aber nicht berücksichtigt", so Topf.

Schwentner: Hüsler-Studie ist eine Systementscheidung, keine Detailplanung

Die Forderung: Schwentner solle das Stück von der Tagesordnung nehmen lassen. "Es kommt ja eine neue Hüsler-Studie zu S-Bahn- und Tram-Ausbau, die Stadt und Land beauftragt haben." Die müsse man jedenfalls abwarten, bevor Tatsachen geschaffen werden.

Im Büro von Judith Schwentner schüttelt man ihrerseits den Kopf: "Die Hüsler-Studie ist ja eine Systementscheidung und keine Detailplanung." Damit verbaue man sich gar nichts. Die Studienergebnisse werden übrigens noch heuer im Herbst gemeinsam mit dem Land präsentiert.

Kritik auch von KPÖ-Bezirksvorstehern

Widerstand zu den Unterführungen kommt auch aus den Bezirken. Die drei betroffenen Bezirksvorsteher aus Straßgang, Eggenberg und Wetzelsdorf - zwei davon KPÖ-Funktionäre - kritisieren, in die Planungen überhaupt nicht einbezogen worden zu sein. Auch hier die Forderung: Das Stück müsse vertagt werden.

Das Stück wird aber dennoch wie geplant in den Gemeinderat eingebracht - und dort jedenfalls mit Koalitionsmehrheit aus KPÖ, Grüne und SPÖ beschlossen. "Das ist ja ein Grundsatzbeschluss. Bei den Detailplanungen zu jeder einzelnen Unterführung wird natürlich auch der Bezirk rechtzeitig eingebunden", heißt es.

Der Bau-Zeitplan

2024 - 2026: Peter-Rosegger-Straße
2025 - 2027: Kärntner Straße
2027 - 2029: Wetzelsdorfer Straße
2029 - 2031: Reininghausstraße
2029 - 2031: Gradnerstraße