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Chronik

Das denken Murtaler und Murauer

"New Work" ist in aller Munde. Zu den modernen Arbeitswelten gehört auch die Vier-Tage-Woche. Wir haben uns bei Murtalern und Murauern umgehört, was sie von dem Modell halten.

vor 4 Jahren3. Oktober 2022 um 10:21
MurauMurtal
Benedikt Berner, Landwirt und Geschäftsführer, Schöder: Ich glaube, es kommt auf die Branche und die Personen an. In bestimmten Fällen kann die Vier-Tage-Woche sicher sinnvoll sein. Negativ auswirken könnte sich, dass bei einem geringen Angebot an Arbeitskräften ein Wettbewerb unter den Firmen entsteht - und es für Branchen, die eine Vier-Tage-Woche nicht bieten können, schwieriger wird, Arbeitskräfte zu finden. Positiv ist sicher, dass es zusätzliche Flexibilität in die Arbeitswelt bringt. 
Hans Holzer, Pensionist, Knittelfeld: Die Vier-Tage-Woche befürworte ich nicht. Wie soll das zum Beispiel bei der Schichtarbeit in der Industrie funktionieren? Die Tagesbelastung wird größer, es könnte Probleme mit der Einteilung der Arbeit geben. Wenn jemand zwei bis zweieinhalb Tage Freizeit in der Woche hat, ist das bei einem klassischen Arbeitstag meiner Meinung nach voll ausreichend. Homeoffice ist in manchen Bereichen möglich, dauerhaft aber aus unterschiedlichen Gründen auch schwer machbar.
Maria Jud, Köchin, Seckau: Für die Jugend ist die Vier-Tage-Woche sicher ein Vorteil, weil sie auch motiviert ist, dafür länger pro Tag zu arbeiten. Die Vorteile sind, man hat drei Tage frei und dadurch eine längere Erholungsphase. Und die Jugendliche fahren gerne irgendwo hin. In gewissen Berufen ist Homeoffice perfekt, ich muss nicht in die Firma, was auch ein Zeitaufwand ist. In der Pandemie hat man gesehen, dass das funktionieren kann. In meinem Umfeld kann ich eigentlich keinen Wechsel in der Arbeitswelt beobachten. Ich bin Köchin im LKH, mir reichen acht Stunden Arbeit pro Tag. 
Wolfgang Knauseder, Berufsschullehrer, Knittelfeld: Ich würde die Vier-Tage-Woche befürworten, weil sie viel Lebensqualität bringen würde. Viele Firmen suchen Mitarbeiter, kriegen oft keine - und das wäre eine Chance, sie an die Firma zu binden. Work-Life-Balance ist der Trend der Zeit. Für mich ist Arbeit ein Teil meines Lebens, ich brauche das nicht, die Aufteilung Arbeit und Freizeit ist bei mir wirklich gegeben. Homeoffice habe ich selbst gemacht, aber es ist doch eine soziale Vereinsamung, die man dann hat. Aber der Wechsel der Zeit läuft so.
Mario Lercher, Techniker am LKH Stolzalpe, Schöder: Ich persönlich befürworte das Modell nur für bestimmte Berufsgruppen. Ich arbeite am LKH-Standort Stolzalpe und kann mir die Vier-Tage-Woche im Gesundheitswesen nicht vorstellen. Auch bei vielen Gewerbebetrieben in der Region wird das nicht funktionieren. Wenn der Installateur am Donnerstag aufhört, wird die Heizung am Wochenende kalt bleiben. Ich persönlich habe auch an Wochenenden Dienst, dadurch ist das Ganze für mich kein Thema. Ich arbeite auch schon einmal sechs Tage in der Woche.
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