In der Mitte fließt der Tagliamento
Links und rechts des breiten Flusses, zwischen den Bergen im Norden und der Adriaküste im Süden, erstreckt sich eine Region, die in vielerlei Hinsicht Großes zu bieten hat.



Friaul-Julisch Venetiens Mitte weiß mit geographischen Besonderheiten und landschaftlichen Reizen ebenso zu begeistern wie mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot. Wer der Küche des Hinterlands bislang nicht viel abgewinnen konnte, sollte ihr angesichts der dynamischen Entwicklung der vergangenen Jahre ein zweite Chance geben. Von den Flussläufen des Natisone ganz im Osten über die Langobarden-Stadt Cividale del Friuli und die Provinzhauptstadt Udine bis hin in die Ebene rund um die Mosaik-Hochburg Spilimbergo – abwechslungsreich wie die Landschaften sind auch die Speisekarten.
Kulinarische Aus- und Höhen-flüge. Wer sich aufmacht, dieses Gebiet zu erkunden, wird rasch feststellen, dass es immer die Kombination aus kulturellen, landschaftlichen und kulinarischen Reizen ist, die den Entdecker in ihren Bann zieht. Ob eine genüssliche Wanderung in den herbstlich goldfarben schimmernden Wäldern entlang des Natisone-Flusses oder ein Stadtspaziergang durch das malerische Cividale del Friuli – den glanzvollen Schlusspunkt markiert der Besuch einer Osteria, um sich an den Spezialitäten der Gegend zu laben. Da macht man Bekanntschaft mit der Gubana, der Cousine des Kärntner Reindlings, die – zwar verwandt – doch so anders schmeckt. Ihr köstliches Aroma verdankt sie in Grappa getränkten Rosinen! Nicht zu vergessen die Strucchi, die gebacken oder frittiert als kleine Variante der Gubana ebenso gut schmecken.

Balota - Eine runde Angelegenheit
Zutaten (für vier Personen):
200 g Polentamehl, Wasser nach Bedarf, Käse: 100 g Montasio oder 50 g Mezzano (5 Monate alter Montasio) oder 50 g Stravecchio (mehr als 18 Monate alter Montasio), Feinsalz, 30 g Asìno-Käse, 100 g Pilze, 30 g Butter, schwarzer Pfeffer
Für die Sauce: 300 g Asìno-Käse, Milch nach Bedarf
Zubereitung: Polenta mit Polentamehl („Cinquantino“-Mais) zubereiten, Salz und Butter hinzufügen. Etwas 5- und 18-monatigen Montasio und Asìno-Käse reiben und während des Kochens zur Polenta geben. Pilze in kleine Stücke schneiden und mit etwas Knoblauch anbraten, dann unter die Polentamischung heben. Etwa eine Stunde kochen lassen.
Etwas Asìno-Käse mit Milch schmelzen, bis er cremig ist. Aus der abgekühlten Polentamischung Kugeln zu je etwa 100 g formen. Die Kugeln
10 Minuten bei 200 Grad Celsius im Ofen gratinieren. Danach mit der Asìno-Käsecreme servieren und bei Bedarf geräucherten Ricotta darüberreiben.

Event-Tipp:
Köstliche Geschichte. Einer der unumstrittenen Protagonisten der friulanischen Küche ist die Brovada. Dabei handelt es sich um ein Gericht aus der Speiserübe, die mithilfe des Tresters, der bei der Weinherstellung übrig bleibt, haltbar gemacht wird. Eine der ältesten Beschreibungen, wie die Konservierung vonstattengeht, stammt von Giuseppe Ferdinando del Torre aus dem 19. Jahrhundert: „Rüben in einem Behälter mit dem Trester schichten und eine entsprechende Menge Wasser hinzugeben. Auf diese Weise findet eine Ansäuerung der Rüben statt und sie bekommen die Namensbezeichnung Brovada. Man kann sie gekocht oder angemacht ein fach so essen oder wie Sauerkraut der Bohnensuppe, der Jota, beimengen.“ Serviert wird die Brovada traditionell mit Musetto, einer typisch friulanischen Wurst aus fein passiertem, mit Wein und Gewürzen verfeinertem Schweinefleisch. Als Begleiter passen vorzüglich autochthone Rotweine wie der rubinrote Schioppettino oder der edelste Vertreter der Refosco-Familie, der Refosco dal Peduncolo Rosso. Jetzt im Herbst sollte man sich saisonale Gerichte wie Pilz- oder Kastaniensuppe, Pflaumen-Gnocchi oder das für die Region typische Wildgulasch nicht entgehen lassen.„Castelli Aperti“: Tag der offenen Tür in den Schlössern Friaul-Julisch Venetiens am Samstag, 1. Oktober, und Sonntag, 2. Oktober 2022.
Wo: Aiello del Friuli, Cervignano del Friuli, Gorizia,
Monfalcone, San Floriano del Collio, San Vito al Torre, Manzano, Premariacco, Pulfero, Fagagna, Majano, Moruzzo, Ragogna, Cordovado, Spilimbergo, Rivignano Teor
Info: www.consorziocastelli.it