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Der Gipfel des Genusses

Die Bergregion Karnien verwöhnt mit raffinierter Kulinarik, unberührter Natur und aufregenden Entdeckungsreisen.

© Alessandro Castiglioni

Friaul-Julisch Venetien ist nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch abwechslungsreich und faszinierend. Dabei besticht die Küche in den Bergen der Region mit kräftigen Aromen und deftigen Gerichten, die den Bewohnern dabei helfen, die strengen Winter zu überstehen.
In Karnien, einem Gebiet im Nordwesten Friaul-Julisch Venetiens, hat sich die Hausmannskost zu einer besonders raffinierten Kulinarik entwickelt.
So kann man dort etwa Cjarsons genießen, Frico kosten oder sich Toc‘ in Braide servieren lassen: cremige Polenta mit einer Fonduta (Sauce) aus drei Käsesorten, serviert mit Morchia (Maisgrieß in Butter aufgekocht) — da wird einem warm in Herz und Magen. Karnien verzaubert aber nicht nur mit Schmankerln, sondern auch mit unberührter Natur, antiker Volkskultur und Gebirgspanoramen. Seit der Römerzeit ist die Region die Verbindung zwischen dem Norden und Süden. So ermöglicht der Mauriapass, auf dem der Tagliamento entspringt, den Übergang zur Tiefebene von Friaul-Julisch Venetien zu den Belluneser Dolomiten. Und der Plöckenpass ist noch heute einer der wichtigsten Pässe zwischen Italien und Kärnten.

Event Tipps

„La not dalis muars – Rievocazione del Capodanno Celtico“: Am Donnerstag, dem 31. Oktober, wird in Ampezzo das keltische Neujahr gefeiert. Das Ortszentrum verwandet sich in ein Lichtermeer aus Fackeln mit Gauklern, Feuerschluckern und fantastischen Figuren. Beginn ist um 19 Uhr.

„La bellezza della ragione“: Noch bis 16. Oktober findet die Ausstellung „Die Schönheit der Vernunft“ in Illegio/Tolmezzo statt. Zu sehen sind 40 internationale Werke vom 14. bis 20. Jh.

Geschichte erleben. Zudem lockt Karnien mit interessanten Denkmälern und Museen. Etwa dem Freilichtmuseum des Freikofels und des Kleinen Pals, das auf eine Entdeckungsreise zu alten Kasernen, Baracken und Schützengräben im Hochgebirge entführt. Im Tal lockt der kleine Ort Timau mit dem Museum „La Zona Carnia nella Grande Guerra 1915–1918“, das mit spannenden Informationen rund um den 1. Weltkrieg in Karnien aufwartet. Im Beinhaus kann man dann etwas zur faszinierenden Geschichte von Maria Plozner Mentil und weiteren karnischen Trägerinnen erfahren, die stille Protagonisten des Krieges waren.

Daniele Cortiula stammt aus Tolmezzo und ist durch TV-Kochsendungen bekannt geworden
© KK
Daniele Cortiula stammt aus Tolmezzo und ist durch TV-Kochsendungen bekannt geworden

Zutaten:

Zubereitung:

Cjarsons - Das festliche Gericht in Karnien

r den Teig: 500 g Mehl, 100 g Wasser, 50 g Butter, Prise Salz, 30 g Spinatpüree, 30 g Rote-Rüben-Püree, 2 Säckchen Safran, 1 EL Kakao
Für die Füllung: 100 g Kartoffeln, 100 g Äpfel, 100 g frischer Ricotta, 100 g Schmalz, 50 g Semmelbrösel, nach Geschmack: getrocknete Zitronenmelisse, Salz und Pfeffer
Für die Würzung: Butter, Zimtpulver

Für den Teig: Das Mehl in fünf Portionen teilen. In vier Portionen jeweils das Spinatpüree, das Rote-Rüben-Püree, den Safran und den Kakao untermengen. Eine Portion Mehl bleibt neutral. Butter und Salz in heißem Wasser schmelzen, in kleinen Mengen zu den Mehlportionen geben und etwa fünf Minuten kneten, bis der Teig nicht mehr klebt. Die fünf Teigportionen in Frischhaltefolie wickeln und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung: Die geschälten Kartoffeln und Äpfel in Würfel schneiden und in Wasser blanchieren. Die Semmelbrösel rösten, gehackte Zitronenmelisse dazugeben, den Speck in einer anderen Pfanne anbraten, Kartoffeln und Äpfel dazugeben und ein paar Minuten ziehen lassen. Dann die Semmelbrösel hinzugeben und vorsichtig umrühren, anschließend mit Salz und Pfeffer würzen. Den Ricotta grob zerbröseln und zur restlichen Füllung geben.

Die Teige aus dem Kühlschrank nehmen, in fünf farbige Blätter ausrollen, die sich überlappen. Quadrate von etwa 10 x 10 cm ausschneiden. Auf eine Hälfte Füllung geben, mit der anderen Hälfte verschließen und die Seiten fest andrücken. Versuchen Sie, die typische Form der Cjarsons (siehe Foto) nachzuformen. Die Cjarsons etwa eine Minute lang in Wasser garen. Wenn sie an die Oberfläche steigen, herausnehmen und abtropfen lassen. Auf einem Teller mit zerlassener Butter und Zimt anrichten und servieren.

Natur entdecken. Karnien ist aber nicht nur für Geschichtsfans eine Reise wert, sondern auch für Outdoor-Begeisterte. Denn die Region bietet sich zu jeder Jahreszeit für Ausflüge in der Natur, Wander- und Klettertouren sowie zum Trekking, Skifahren und Langlaufen an. Was uns wieder zu den kulinarischen Köstlichkeiten bringt — denn nach einem sportlichen Tag in der Natur schmecken die regionalen Leckerbissen noch besser als ohnehin schon. Zur traditionellen Küche der Bergregion zählen auch der Sauris-Schinken, getrocknete Pilze, wilde Beeren, Honig, Marmeladen, Obstbrände, Fruchtsirup und der charakteristische Slivowitz. Falls man auch zu Hause nicht auf die schmackhafte Küche Karniens verzichten möchte, hat uns Daniele Cortiula sein persönliches Rezept für Cjarsons verraten. Der Schüler des großen Gianni Cosetti aus Tolmezzo bietet ein Catering- und Bankettservice an und setzt auf frische, typische Produkte aus Friaul-Julisch Venetien.