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Medien & Unterhaltung

Die Absteiger des Jahres

Ein Blick auf das Medienjahr 2021 und seine Absteiger. Von B wie Bohlen bis W wie Wrabetz.

vor 5 Jahren30. Dezember 2021 um 11:13
Kultur
Fast 20 Jahre lang gehörte Dieter Bohlen zu den mächtigsten Stimmen des deutschen Unterhaltungsfernsehens. 2021 wurde die Stimme des ehemaligem "Modern Talking"-Sängers deutlich leiser: Sowohl von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) als auch in der Show "Das Supertalent" endete heuer seine Ära. Sein Abschied fiel ruhmlos aus: In der letzten DSDS-Episode wurde er von Thomas Gottschalk ersetzt.
Mit "Babylon Berlin" hat Volker Bruch große Erfolge gefeiert (die vierte Staffel erscheint 2022), an anderen Fronten bekommt der 41-Jährige Sorgenfalten. Der Lebensgefährte von Schauspiel-Kollegin Miriam Stein machte sich zum Taktgeber coronakritischer Schauspieler und war an den glücklosen Aktionen #allesdichtmachen und #allesaufdentisch maßgeblich beteiligt. Ein Berliner Stadtmagazin wählte ihn jüngst zum "peinlichsten Berliner 2021".
Als "Kanzlerbeauftragten für Medien" war Gerald Fleischmann die Schlüsselfigur in der Öffentlichkeitspolitik von Sebastian Kurz. Fleischmann zählte zum engsten Kreis (dem unter anderem auch Axel Melchior und Philipp Maderthaner angehör(t)en) rund um den Ex-Kanzler und zählte zu den Beschuldigten in der Causa Inseratenaffäre. Der Leiter der Stabsstelle Medien galt als Spezialist für schwierige Fälle, ruppig in den Methoden, zielstrebig in den Handlungen. Der Mr. Message Control ist noch nicht von der Bildfläche verschwunden und derzeit als Referent im ÖVP-Klub geparkt.
Als "Bild"-Chefredakteur liebte Julian Reichelt Skandale rund um prominente Personen. Auf das Aufhebens um seine eigene Person dürfte er hingegen nicht erpicht gewesen sein. Im Oktober wurde er mit sofortiger Wirkung seiner Position enthoben, von Unternehmensseite wurde ihm vorgeworfen, die Unwahrheit über persönliche Beziehungen zu Mitarbeiterinnen gesagt zu haben. Die Causa war schon im Frühjahr hochgekocht, damals bekannte sich der Axel-Springer-Konzern noch zum 41-Jährigen. Reichelts bittere persönliche Bilanz in einem "Zeit"-Interview: "Nach zwanzig Jahren loyaler Arbeit, zehn davon in Kriegsgebieten, wurde ich in zwanzig Minuten am Telefon entsorgt."
Roman Rafreider ist die tragische ORF-Figur des Jahresausklangs. Ein völlig verpatzter Auftritt eines indisponierten Anchormans im "ZIB Flash" brachte den 52-Jährigen unfreiwillig in die Schlagzeilen. Als später zu erfahren war, dass Rafreider offenbar unter dem Schock einer schlimmen Nachricht aus dem privaten Umfeld vor die Kamera trat, erfuhr der Vorarlberger viel Verständnis. Die Konsequenzen des Vorfalls: Rafreider muss eine sechsmonatige Nachdenkpause einlegen, danach darf er zum ORF zurückkehren.
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