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Leidenschaft für Tiere und Produkt

Über den Zusammenhang von AMA-Kontrollen mit Lebensmittelqualität und einer schmunzelnden Milchbäuerin.

Im AMA-Gütesiegelprogramm wird viel Wert darauf gelegt, dass das Futter vom eigenen Hof kommt
© MEL. BUML/GOURMETGUERILLA.DE
Im AMA-Gütesiegelprogramm wird viel Wert darauf gelegt, dass das Futter vom eigenen Hof kommt

Geldbörse, Handy, Maske, Brille, Schlüssel, Licht ausgeschaltet?, Taschentücher! Habe ich an alles gedacht? Bevor unsereins die Haustür hinter sich zuzieht, ist bereits eine ganz schöne Kontrollliste abzuarbeiten. Über so eine Liste kann Brigitte, Milchbäuerin aus dem Waldviertel, nur schmunzeln.

Wenn es den Kühen gut geht, stimmt auch die Milchqualität und die Bäuerin ist zufrieden
© AMA
Wenn es den Kühen gut geht, stimmt auch die Milchqualität und die Bäuerin ist zufrieden

KONTROLLPYRAMIDE

Denn Brigitte hat noch ganz andere Kontrolllisten für ihren Milchbetrieb abzuarbeiten. Und genau wie bei unseren ganz persönlichen „Checklists“, stehen hinter diesen Kontrollen nicht Argwohn und Misstrauen, sondern der Wunsch, nichts vergessen zu haben, sicher sein zu können, dass wirklich alles passt. Dafür stellt die AMA eine entsprechende Kontroll-Infrastruktur zur Verfügung. Basierend auf den AMA-Richtlinien für Milchviehhaltung, ist genau festgelegt, wer wann was wie wo kontrolliert. Das dahinterstehende Qualitätssicherungssystem kann man sich als dreistufige Pyramide vorstellen: Auf der ersten Stufe ist die Eigenkontrolle. Also alles, was Brigitte selbst überprüfen und vor allem dokumentieren muss. Die zweite Stufe ist die Überprüfung durch geschulte AMA-Kontrolleure. In der dritten Stufe werden die ihrerseits von amtlich beglaubigten, unabhängigen Unternehmen überprüft.
Gute Tierhaltung aus Leidenschaft.Das Kontrollsystem hinter dem AMA-Gütesiegel ist dreistufig: Die erste Stufe ist die „Eigenkontrolle“, die in der Verantwortung des teilnehmenden Betriebes liegt und regelmäßig durchgeführt und dokumentiert werden muss.

Die zweite Stufe ist die „externe Kontrolle“. Sie erfolgt durch ein unabhängiges, akkreditiertes Kontrollunternehmen. Geprüft werden die strengen Anforderungen der AMA-Gütesiegel-Produktion anhand vorgegebener Checklisten.

Die dritte Stufe ist die „Überkontrolle“. Sie dient zur Überprüfung der zweiten Stufe und der Richtlinien. Durchgeführt wird sie von unabhängigen, externen Experten. Je nach der Schwere des Verstoßes werden verschiedene Sanktionen verhängt.
Sie reichen von verpflichtender Mängelbehebung und Nachkontrolle, bis zur befristeten Schließung des Betriebes beziehungsweise unbefristeter Sperre der Lieferungen im AMA-Gütesiegelprogramm.
Bei der Kombinationshaltung werden Bewegungsmöglichkeiten wie Weide-, Almhaltung und befestigte Auslaufflächen angeboten. Gemäß dem strengen österreichischen Tierschutzgesetz muss den Kühen der Zugang zu freien Bewegungsmöglichkeiten an mindestens 90 Tagen im Jahr zur Verfügung stehen. Die Einhaltung dieser Vorgaben muss dokumentiert und im Zuge der AMA-Kontrolle plausibel dargelegt werden.

In Zahlen

Für Brigitte, für die Konsument*innen, für die AMA: Gute Tierhaltung ist die Basis für erstklassige Milchqualität. Tierhaltung meint vor allem darauf zu schauen, dass es den Kühen gut geht und dass sie gesund sind. Natürlich kann ein Tier auch einmal krank werden. In diesem Fall muss die Kuh tierärztlich behandelt werden. Verständlich, dass Tiere, denen es gut geht, seltener erkranken. Das ist allen lieber, denn Krankheit bedeutet zusätzlichen Arbeits- und finanziellen Aufwand (Tierarzt, Medikamente). Obendrein darf die Milch so einer Kuh keinesfalls mit der Milch anderer Kühe vermischt werden – sie wird separat gemolken und die Milch muss entsorgt werden. Die Milch dieser Kuh darf frühestens nach der Wartezeit, wie vom Gesetz dafür vorgesehen, wieder an die Molkerei geliefert werden.

  • 532.690 Milchkühe lebten 2020 hierzulande
  • 250 ml Milch decken 30 Prozent des Kalziumbedarfs
  • 4975 AMA-Milch-Kontrollen im Jahr 2020
  • 70 % der österreichischen Milchviehbetriebe befinden sich in Berggebieten

Saubere S-Klasse

Mehrere Male pro Monat und Betrieb werden Milchprobenunangekündigt genau untersucht. Geprüft werden dabei u. a. Fett- und Eiweißgehalt, Keim- und Zellzahl, Hemmstoffe und der Gefrierpunkt. Aufgrund der Ergebnisse wird Milch dann in die Klassen S, 1 und 2 eingestuft. S ist die höchste Stufe und steht für Sonderklasse. 2020 waren 91,95 Prozent der an Molkereien gelieferten Milch S-Klasse. S- und 1. Klasse machten zusammen 99,29 Prozent der Milchmenge aus. Die von Brigittes Hof gelieferte Milch war in den letzten Jahren zu 100 Prozent S-Klasse und die einzige Beanstandung war auf einen falsch abgehefteten Lieferschein zurückzuführen. Brigitte ist nun bewusst, worauf sie künftig mehr achten muss, damit sie auch weiterhin ein Vorzeigebetrieb im AMA-Gütesiegel Programm bleibt. Auf AMA-Kontrollen beim AMA-Gütesiegel kann man vertrauen.

ALLE INFOS: www.amainfo.at