Die AMA hat ein Auge drauf
So fein kann Überwachung sein: Fleisch, das das AMA-Gütesiegel trägt, wird mit Argusaugen verfolgt – Nachvollziehbarkeit von der Stalltür bis auf den Ladentisch.


Zahlen
AMA-Kontrollor müsste man sein, dann würden vergnügliche „Schnitzeljagden“ immer wieder zum Arbeitsalltag gehören. Gut, vielleicht nicht gar so vergnüglich, aber mit Sicherheit spannend und informativ. Denn eine Aufgabe der AMA-Gütesiegel-Kontrollore ist es, die Nachvollziehbarkeit und Plausibilität eines Lebensmittels zu überprüfen. Dazu wird etwa der Weg eines Schnitzels von hinten aufgerollt. Die Spurensuche beginnt an der letzten Station der Vermarktungskette – im Supermarktregal.
Die AMA-Kontrolle im Supermarkt sieht so aus, dass die Kontrollorin oder der Kontrollor unangemeldet auftaucht und alles genau unter die Lupe nimmt. Vereinfacht gesagt schnappen sie sich ein Stück Fleisch und verfolgen es bis zum Bauernhof zurück. An sämtlichen Stationen – vom Supermarkt über Zerlegebetrieb und den Schlachthof bis zurück zum Mastbetrieb – muss die genau diesem Produkt entsprechende Dokumentation zu finden sein. Nur dann ist die Etikettierung mit dem begehrten AMA-Gütesiegel auch gerechtfertigt. Denn es wird mit einem geschlossenen Kontrollsystem gearbeitet. Nur so lässt sich garantieren, dass ein Tier im AMA-Gütesiegelprogramm Österreich nie verlassen hat.
- Rund 10.000 Laboranalysen werden im AMA-Gütesiegelprogramm jährlich gemacht
- Rund 50 Kontrollen bewältigt das AMA-Team in ganz Österreich pro Arbeitstag
- Das sind gesamt rund 15.000 vor Ort Kontrollen
- Davon 3000 Kontrollen in Schlachthöfen, Zerlegebetrieben und im Lebensmittelhandel

Das AMA-Gütesiegel-Programm leistet das, was dem Konsumenten nicht möglich ist: Sicherzustellen – dass nur höchste Qualität im Einkaufswagerl landet. Auch an der Fleischtheke mit Bedienung ist jedes Stück genau nachvollziehbar. Beim Rind funktioniert die Rückverfolgung über das Einlegeetikett, das vom Zerlegebetrieb mit dem Fleischstück einvakuumiert wird, beim Schwein über Lieferscheine und Chargennummern. Die Einlegeetiketten sind stets zur Hand, sie werden sogar 14 Tage lang aufbewahrt, eine Maßnahme, die ebenfalls bei der AMA-Kontrolle überprüft wird.
Qualität ist Trumpf
Rückverfolgbare Herkunft ist den AMA-Kontrolloren aber nicht genug. Die Fleischqualität muss ebenfalls einwandfrei sein. Das beginnt bei der Schlachtung, die genauestens auf Hygiene und Tierschutz gecheckt wird. Beim Schlachthof oder Zerlegebetrieb werden anschließend bestimmte Werte im Fleisch selbst gemessen. Entscheidend ist hier neben dem Fettgehalt vor allem der pH-Wert. Egal ob Rind oder Schwein: Bei jedem Schlachtkörper wird der Säuregrad des Fleisches mittels pH-Wert gemessen. Passt der pH-Wert, weiß man einerseits, dass die Qualität des Fleisches stimmt und ein zartes Stück auf dem Teller landet. Andererseits bedeutet es auch, dass die Maßnahmen zum schonenden Umgang mit den Tieren gut funktioniert haben, denn Stress schlägt sich in der Fleischqualität und somit im Säuregrad nieder.
Auch im Supermarkt sind die Kontrollore mit Messgeräten bewaffnet, hier ist die Einhaltung der Kühlkette ein wichtiges Kriterium. Zusätzlich zu den Checks durch die AMA, die amtliche Lebensmittelüberwachung und den unabhängigen Kontrolleuren kommen hier noch die Argusaugen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die darauf achten, dass nur das Beste im Einkaufswagen landet.
Infos: www.amainfo.at
Qualität und Regionalität garantiert
Ist den österreichischen Kundinnen und Kunden wichtig, woher das Fleisch kommt, das sie kaufen?
Sigrid Haslinger: Auf jeden Fall. Und dieses Bewusstsein für Regionalität hat sich durch die Coronakrise nur noch verstärkt. Ein Bewusstsein für etwas, das wir als AMA schon seit langem ins Rampenlicht stellen. Denn unser Ziel ist schon seit jeher, die österreichische Landwirtschaft zu fördern und zu unterstützen.
Und dafür braucht es Kontrollen?
Auf jeden Fall. Das Besondere am AMA-Gütesiegel ist, dass es sich um ein geschlossenes Kontrollsystem handelt. Der Schlachthof muss genauso Teil des AMA-Gütesiegel-Programms sein wie der Bauer, das Transportunternehmen und der Supermarkt.
Die Herkunft ist aber nicht das Einzige, was kontrolliert wird, oder?
Nein, die Nachvollziehbarkeit der Herkunft ist uns sehr wichtig, aber auch das Produkt muss einwandfrei sein. Auf diese Weise können wir ein ganzheitliches Qualitätsprinzip umsetzen.