Akademisierung der Pflege mit Chancen
Die Aufgaben in der Pflege werden immer vielfältiger. Katharina Leis von den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz hat den Bachelorstudiengang „Bachelor of Nursing Science“ absolviert und berichtet von den Möglichkeiten.

Wussten Sie schon früh, dass Sie im sozialen Bereich arbeiten möchten?
Ach, da gab es eine ganze Reihe von Ideen in der Kindheit. Spätestens seit der Pubertät wusste ich mit Sicherheit: ich möchte im Gesundheitsbereich arbeiten! Es brauchte noch einige Abzweigungen, aber dann habe ich den für mich richtigen Weg eingeschlagen.
Was reizt Sie an der Arbeit in der Pflege?
Es ist eine Herausforderung, täglich mit neuen Situationen konfrontiert zu sein und Lösungswege im interdisziplinären Team sowie auch mit den Bewohnern*innen und deren Angehörigen gemeinsam zu erarbeiten. Dadurch ist man in der Lage, immer neue Erfahrungswerte sammeln zu können!
Wie hat Ihnen die Ausbildung zur Pflegefachkraft gefallen?
Mein Studium war aufgeteilt zwischen der Schule für Allgemeine Gesundheit und Krankenpflege und der Medizinischen Universität Graz. Durch diese spannende Dualität wurde mir einerseits der praktische - sowie auch der wissenschaftliche Aspekt der Pflege nähergebracht. Natürlich war es nicht immer einfach und man entwickelte im Laufe der Ausbildung auch Vorlieben zu speziellen Fachrichtungen.
Gibt es auch etwas, das erstmal schwierig war?

Aufgaben der GGZ
Bereits zu Beginn der Ausbildung wurde ich mit belastenden emotionalen Situationen wie beispielsweise der Diagnose unheilbaren Krankheiten bei Patient*innen konfrontiert. Damit umzugehen, ist ein Lernprozess, der seine Zeit erfordert, aber es gibt auch heute noch immer wieder Momente, die nicht „spurlos“ an mir vorbeigehen. Dazu gibt es dann Supervision und der Austausch mit Kolleg*innen hilft auch.
- Die Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ) sind ein Kompetenzzentrum für Altersmedizin und Pflege. Unser Unternehmen gliedert sich in drei Geschäftsbereiche: Krankenhaus, Pflegewohnheime und Alternative Wohnformen für ältere Menschen.
- Wir bieten stationäre, teilstationäre und zunehmend auch ambulante Versorgung an, die sich sowohl über kurze Zeiträume als auch über mehrere Jahre erstrecken kann. Neben den altersmedizinischen klinischen Leistungen in Innerer Medizin und Neurologie haben wir uns weiter spezialisiert, um die PatientInnenbedarfe hinsichtlich Demenz-Behandlung, Wachkoma-Behandlung, Palliativ- und Hospiz-Care abzudecken.
- Vor mehr als 15 Jahren haben wir konsequent damit begonnen, unser Leistungsportfolio bedarfsgerecht auszubauen - heute haben wir ein abgestuftes geriatrisches Versorgungssystem, das kontinuierlich an sich verändernde Bedürfnisse von älteren Menschen und gesellschaftliche Bedarfe angepasst wird.
- Dazu nutzen wir wissenschaftliche Forschungsergebnisse in enger Kooperation mit Hochschulen und Institutionen der öffentlichen Gesundheitsplanung. Diese Vernetzung von Behandlung und Betreuung in unseren Einrichtungen mit Forschung und Lehre garantiert eine Versorgung auf hohem Qualitätsniveau und eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Medizin, Pflege und geriatrischen Betreuungsmodellen.
- Durch dieses umfangreiche und abgestufte Versorgungsangebot sichern wir eine bedarfsgerechte Behandlung und Betreuung vorwiegend geriatrischer Kunden am Best Point of Care.
Welche Eigenschaften braucht ein/e Pfleger/in Ihrer Meinung nach unbedingt?
Die Wichtigkeit einzelner Charakter-Eigenschaften ist von der jeweiligen Situation abhängig. Bei einem Notfall sind andere Eigenschaften gefordert als in der Sterbebegleitung. Natürlich dürfen Empathie, Verlässlichkeit sowie ein gesunder Humor in der Pflege nicht fehlen.
Welche Möglichkeiten der Weiterentwicklung stehen ihnen in der Pflege zur Verfügung?

Es gibt es eine ganze Reihe von internen Weiterbildungsangeboten wie Schmerzmanagement, Notfallschulungen, Aromapflege uvw. Jede und jeder, der mehr wissen will, kann etwas Passendes für seine tägliche Arbeit finden. Im Zuge des jährlichen Mitarbeitergespräches wurde ich gefragt, in welche Richtung ich mich beruflich weiterentwickeln will (Management oder Fachkarriere). Die Auswahl an Bereichen in welchen man sich vertiefen kann ist in der Pflege sehr facettenreich, ich entschied mich für den Bereich Demenz.Welche Weiterbildungsmöglichkeiten haben Sie für sich genutzt?
In den Geriatrischen Gesundheitszentren gibt es wie gesagt unterschiedliche interne Weiterbildungsmöglichkeiten. Zusätzlich zu den diesen habe ich Ausbildungen in Bereich Hygiene, Palliative Care und Pflegewissenschaft. Derzeit absolviere ich einen berufsbegleitenden Masterstudiengang zum Thema Demenz an der Donauuniversität in Krems.
Beschreiben Sie bitte kurz die Zusatzausbildung im Bereich Demenz.
Kontakt
Zu Beginn der Ausbildung stehen Ursachen und Diagnostik der demenziellen Erkrankungen im Vordergrund. Danach werden medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungsstrategien gelehrt. Ein weiterer Aspekt der Ausbildung ist Ethik und Recht. Gegen Ende des Lehrganges geht es hauptsächlich um wissenschaftliche Forschung sowie die Vertiefung eines Bereichs im Verfassen der der Master Arbeit. Mich interessiert das Thema sehr und ich hoffe, mit diesem zusätzlichen Wissen Menschen mit Demenz besser begleiten zu können.Geriatrische Gesundheitszentren
8020 Graz, Albert-Schweitzer-Gasse 36
Tel: +43 316 7060-0
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