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Politik

Das neue Hohe Haus

Seit 2017 wird das Parlament umgebaut. Innen hat sich viel getan. Eine Führung von dunklen Eingängen bis zu hellen Decken.

vor 5 Jahren22. September 2021 um 04:32
ÖsterreichInnenpolitik
Noch sind Teile der Fassade verhüllt, eine mobile Toilette lehnt an der historischen Rampe zum hohen Haus. In einem Jahr wird von all dem keine Spur mehr sein. Im Sommer 2022 wird das Gebäude bezogen, die erste Sitzung des Nationalrats im Herbst wird bereits hier im neuen, alten Gebäude stattfinden.
In den unteren Stockwerken mangelt es noch an Beleuchtung. Künftig sollen sie Besucher aber erleuchten: Der Eingangsbereich wird mit großen Touchscreens eine Geschichte des Parlamentarismus bieten. Die alte Bibliothek bleibt und wird – auf Einsatz des Präsidenten, wie er stolz betont – eine Ausstellung über Antisemitismus über die letzten 1700 Jahre bieten. Und ein kleines Café soll schon hier Besucher zum Verweilen anregen.
Direkt unter dem Glasdach des neuen Sitzungssaals des Nationalrats werden Demokratiewerkstätten stattfinden. Ein Stockwerk tiefer wird generelles Publikum den Abgeordneten lauschen dürfen. Und auf der Tribüne im ersten Stock finden sich Medien und eingeladene Gäste wie Staatschefs oder Abgeordnete anderer Länder. Neu wird ein eigens eingebautes Kamerasystem sein. So soll mehr Platz für Zuschauer vor Ort geschaffen werden.
In die Abgeordnetenbänke  findet sich eine Neuerung: Ein kleiner, ausfahrbarer Bildschirm erlaubt künftig auch elektronische Abstimmungen. Das System ist bereits einsatzbereit, es fehlt aber noch eine entsprechende Änderung der Geschäftsordnung.
Die neuen Besuchertreppen wurden in das alte Gebäude hineingebaut. Um Upskirting – also das Fotografieren unter den Rock – zu verhindern, ist die Steigung der Treppe besonders niedrig. Sollten ungewünschte Fotos dennoch möglich sein, könnte man auch über eine Verdunklung oder gar einen Ersatz der Glaswand am Treppengelände nachdenken. Das Hohe Haus soll nicht nur durch die neu eingebauten Lifte und Türöffner barrierefrei, sondern auch gendergerecht sein.
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