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Politik

Diese Regeln gelten bei unseren Nachbarn

Die Angst vor den Virusmutationen geht auch bei Österreichs Nachbarstaaten um. Ohne einen Lockdown kommt derzeit keiner aus. Ein Rundblick über Österreich Grenzen hinaus.

vor 6 Jahren26. Jänner 2021 um 19:43
Corona-PandemieGesundheit & Fitness
Chronik
Erneut sehr deutliche Worte soll die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer internen Videokonferenz geäußert haben. „Uns ist das Ding entglitten. Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren.“ In der vergangenen Woche hatte Merkel gemeinsam mit den Ländern wegen möglicher Folgen einer Verbreitung der Mutation mit höherem Ansteckungspotenzial beschlossen, den bis Ende Jänner vorgesehenen Lockdown bis zum 14. Februar zu verlängern. Öffnungen der Geschäfte und Restaurants Mitte Februar sind laut Merkel jedoch „nicht gesichert“. Und das, obwohl im Vergleich zu anderen Ländern die Sieben-Tage-Inzidenz mit 107,6 niedrig scheint. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden, sie sinkt seither. Länder wie Spanien liegen derzeit bei einer Inzidenz von über 500, Österreich bei 116.
Unser Nachbarland gehört zu jenen Ländern in Europa, deren 14-Tage-Inzidenz im landesweiten Durchschnitt über 500 liegt. Seit Oktober sind Gastronomie, Kinos, Theater, Zoos, Sporthallen und die meisten Geschäfte geschlossen. Nur um die Weihnachtstage gab es leichte Lockerungen. Mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern lag Tschechien bereits zwei Mal europaweit an der Spitze bei der Anzahl der Covid-19-Erkrankungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl.
Ab Mittwoch dürfen jene Slowaken, die am Massentest teilnahmen und ein negatives Ergebnis vorweisen können, wieder außer Haus – ansonsten herrschen weiterhin Ausgangssperre und Lockdown bis zum 7. Februar. Eine Woche lang wurden die Slowaken aufgerufen, an einem erneuten Massentest teilzunehmen. Wer nicht zum Test ging, darf nicht mehr zur Arbeit oder zum Einkaufen gehen. Unterdessen mehren sich wegen der stockenden Pfizer-Lieferungen die Forderungen, dem ungarischen und serbischen Beispiel zu folgen und sich mit dem russischen Impfstoff Sputnik V einzudecken.
Bereits seit dem 11. November gilt in Ungarn eine Ausgangssperre zwischen 20 und 5 Uhr in der Früh. Die Zahlen liegen unter jenen vieler anderer Länder, dennoch zeigt man sich bei der Impfung ungeduldig. Als erstes EU-Land kauft Ungarn nun den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V, obwohl dieser in der EU bisher keine Zulassung hat.
Ende Oktober begann eine zweite Corona-Infektionswelle in unserem Nachbarland. Italien führte das sogenannte Ampelsystem mit auf regionaler Basis bestimmten Anti-Covid-Maßnahmen ein, es gilt jedoch für das ganze Land eine nächtliche Ausgangssperre. Seit einigen Tagen treten in einigen Teilen Italiens Erleichterungen bei den Beschränkungen in Kraft – Geschäfte dürfen zum Teil wieder öffnen. Anders in Südtirol: Das als „rote Zone“ deklarierte Land verschärft seine Corona-Maßnahmen – ohne jedoch den inneritalienischen Sonderweg gänzlich zu verlassen. Am Donnerstag wird eine Verordnung erlassen, die vorsieht, dass Bars und Restaurants ab Sonntag wieder schließen müssen. Der Grund: Kritik aus Rom. Handel, Friseure, Handwerker und auch Schulen bleiben jedoch weiterhin offen.
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