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Mobilität

Diese Autos waren neu ein Flop und sind heute Kult

Manche Autos wollte als Neuwagen kein Mensch haben – einige davon sind heute gerade deshalb bei Sammlern heiß begehrt.

vor 4 Jahren2. Mai 2022 um 04:26
Mobilität
Er ist einer der größten Helden der Rallyegeschichte (drei Mal Weltmeister) – aber im Handel war der Lancia Stratos HF ein Verlierer. Um in der Gruppe 4 starten zu dürfen, mussten die Italiener zunächst 400 Stück an private Kunden verkaufen – aber der Donnerkeil stand wie angeschraubt in den Auslagen. Die letzten Neuwagen in Deutschland sollen um 15.000 D-Mark quasi verschenkt worden sein. Heute wären für einen Stratos bis zu 500.000 Euro zu überweisen.
Der BMW 2002 Turbo mit dem Entwicklungscode E20 mit 170 PS war (noch vor dem Porsche 911 Turbo) das erste in Serie hergestellte deutsche Auto mit Abgasturbolader. Doch krachte der Haudrauf mit Heckspoiler im Herbst 1973 direkt in die erste Ölkrise und wurde postwendend wegen des hohen Benzinverbrauchs an den Pranger gestellt. Ebenso wie der auf Wunsch auf dem Frontspoiler in Spiegelschrift angebrachte Schriftzug "turbo 2002", den die Presse Kriegsbemalung nannte. Nach nur einem Jahr und 1672 Stück traten die Bayern den Rückzug an. Heute liegen 02er Turbos preislich zwischen 80.000 und 110.000 Euro.
Er sollte Elemente eines Vans, eines Kombis, eines Shooting Brakes, eines Coupés und, ja, sogar eines Cabrios verbinden - kein Wunder, dass der Renault Avantime viele Betrachter 2001 orientierungslos zurückließ. Und dann war da das luftige, zweifarbige Interieur (zweifelhaft verarbeitet, fasste kaum vier Passagiere), das riesige Panorama-Glasschiebedach (meist undicht). Und nicht zuletzt die 1,40 Meter langen und 60 Kilogramm schweren Türen, die, um beim Öffnen Platz zu sparen, einen Tanz auf einem komplexen Mechanismus vollführten (der kaputt ging). 2003 zog Renault die Reißleine: Nur 8545 Stück wurden gebaut - und sind heute bei Sammlern hoch begehrt, die für schöne Avantime bis zu 15.000 Euro hinblättern.
Es sollte das schnellste Fahrzeug mit Straßenzulassung werden. Der Jaguar XJ220 basierte auf Jaguars Le-Mans-Rakete mit 6,2-Liter-V12, die beim 24-Stunden-Rennen 1987 und 1988 als Sieger hervorgegangen war. Und obwohl er rund sieben Millionen Schilling kosten sollte, gingen 1989 innerhalb weniger Tage 1500 Bestellungen ein. So weit, so gut - möchte man meinen. Aber dann ersetzte Jaguar den versprochenen V12 durch einen Sechszylinder, woraufhin das Supersportwagenimage über und die Kunden von Bord gingen und die Aufträge reihenweise stornierten. Mit bis zu 550.000 Euro muss man heute rechnen – also mehr als Neupreis.
1989 enthüllte VW auf dem Genfer Autosalon eine auf offroad getrimmte Studie namens Golf Montana. Was nicht mehr als eine Fingerübung hätte sein sollen, führte zu reihenweise Blindbestellungen, die bei den Händlern eingingen. Also begann man, über eine Serienfertigung nachzugrübeln – und der VW Golf Country im Oberförsterlook war geboren. Aber haben wollte den Vorläufer der SUV-Bewegung am Ende doch kaum jemand. Nach 7735 Stück war Schluss. Heute muss man für einen Golf Country bis zu 15.000 Euro ausgeben.
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