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Chronik

Sie stehen hinter den Massentests

Gmeinde, Bundesheer und Co. sind für die Massentests in der Südoststeiermark im Einsatz. Wir haben mit Vertretern der Organisationen gesprochen.

vor 6 Jahren11. Dezember 2020 um 15:55
Südoststeiermark
Josefine Fischer aus Halbenrain hat als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson im LKH Bad Radkersburg gearbeitet. Mittlerweile ist sie in Pension und setzt sich beim Roten Kreuz Radkersburg ein – und an diesem Wochenende auch bei der Teststation in Tieschen. „Ich habe die Aufgabe, die Testungen durchzuführen, nehme also Abstriche“, erzählt sie.Angst hat die 60-jährige Südoststeirerin nicht. „Ich habe als Krankenschwester viel Erfahrung – zwar nicht mit Covid-19, aber mit Viren.“ Auch eine Schulung hat sie im Vorfeld absolviert.Warum sie mithilft? „Ich bringe mich gerne sozial ein, wie beim Roten Kreuz. Außerdem spricht jeder vom normalen Leben, das wir haben wollen, dafür müssen wir auch was tun.“
„Das Personal für die Massentestungen zu stellen, ist eine Herausforderung“, betont Michaela Gangl, Amtsleiterin der Gemeinde Tieschen. Zwölf Personen braucht man auf den zwei Testspuren in der Königsberghalle für die administrativen Tätigkeiten. Unterstützung kommt von den Gemeinden St. Anna/A. und Klöch. Sorge bereiten EDV und technische Logistik. Der Gemeindebetrieb musste aufrecht bleiben. Computer und Drucker konnten erst Freitagnachmittag in der Halle aufgebaut werden und dann ein Testlauf erfolgen. Alles muss sehr kurzfristig funktionieren.
„Es ist eine besondere Herausforderung derzeit: Du hast 24 Stunden, sieben Tage die Woche Dienst und solltest erreichbar sein, weil immer wieder Unklarheiten auftauchen“, erzählt Stefan Kirchengast. Er ist Katastrophenschutzreferent bei der Bezirkshauptmannschaft Südoststeiermark. Im Sommer waren es Unwetter im Bezirk, die ihn auf Trab hielten – jetzt Covid-19. Er ist unter anderem das Bindeglied zwischen Land Steiermark und den Bürgermeistern sowie in die Organisation der Teststationen eingebunden. Dieses Wochenende werden er und Bezirkshauptmann-Stellvertreterin Rosa Marko auch die Testationen aufsuchen, um festzustellen, ob etwa Materialien benötigt werden.
Günter Rath, Kommandant der Feldbacher Kaserne, koordiniert die Massentestungen in den Bezirken Südoststeiermark, Weiz und Hartberg-Fürstenfeld. „Militärische Planung ist mein Handwerk – egal, ob für einen Angriff oder für Testungen“, sagt der Feldbacher. Dabei geht er nach dem „militärischen Führungsverfahren“ vor, um für Ordnung in der Planung zu sorgen. Denn „zuerst ist die Lage unübersichtlich – genau wie bei einer Katastrophe“.Rath hat vor zwei Jahren das Kommando in der Kaserne Feldbach übernommen. Die Koordination ist schwierig, das Szenario neu – aber es ist nicht sein intensivster Einsatz. „Wir müssen uns immer auf neue Bedrohungen einstellen, um die Bevölkerung zu schützen.“ Dieses Mal ist es ein Virus.
„Wir haben insgesamt 40 Feuerwehrleute im Einsatz, aufgeteilt auf vier Partien“, erläutert Martin Zangl, Abschnittsfeuerwehrkommandant in St. Stefan/R. Sie kümmern sich vor der Rosenhalle um die Einweisung bei den Parkplätzen und die Steuerung des Menschenstroms auf die drei Teststrecken: Damit dort kein Stau entsteht und die Einhaltung der Abstände gewährleistet ist. „Wahrscheinlich werden wir auch neue Masken an alle Testpersonen verteilen“, sagt Zangl und erzählt, dass es sehr viele Freiwillige gab, die mithelfen wollten. Die Helfer selbst werden vor dem Start um acht Uhr ab 6.30 Uhr getestet. Zangl rechnet, dass zwischen 40 und 50 Prozent der Bevölkerung zum Test kommen.
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