Sturm und Hartberg fehlt (noch) die Siegermentalität

Es sind immer wieder die lokalen Ereignisse, die in unserer globalisierten und vernetzten Welt für tiefere Betroffenheit oder intensivere Freude sorgen. Im Fußball versetzen Derbys die Gemütszustände der Fans in Ausnahmezustände. Je lokaler, desto mehr Fanatismus wird gelebt.
Das steirische Duell zwischen dem TSV Hartberg und Sturm Graz ist eine Auseinandersetzung, die langsam aber stetig an Brisanz gewinnt.
Der große SK Sturm muss den Provinzklub aus der Oststeiermark längst als ernst zu nehmenden Gegner anerkennen. Jeweils drei Siege weist die Derby-Bundesliga-Statistik aus. Zudem haben die Hartberger in der abgelaufenen Saison den Grazern den Nummer-1-Status sportlich entrissen.
Das ist wohl auch der Grund, warum sich keiner der beiden Klubs inklusive der Trainer im heutigen Spiel in die Favoritenrolle drängen lassen möchte. Außerdem hat ein Derby bekanntlich eigene Gesetze. Favoriten straucheln nicht selten.
Aber zeigt es nicht von fehlendem Selbstbewusstsein, die Rolle des vermeintlich Besseren anzunehmen? Man könnte auch sagen: Wir nehmen die Favoritenrolle an. Das tut weder Hartberg noch Sturm. Beide haben sich die dafür notwendige Siegermentalität noch nicht erarbeitet.