Kärnten spürt Klimakrise
Umfrageergebnisse vom letzten Jahr sollten der Kärntner Energie-und Klimapolitik zu denken geben. 58% meinen, dass Kärnten bereits vom Klimawandel betroffen ist.

Maßnahmen müssen sofort, also in den nächsten zwei, drei Jahren gesetzt werden, damit sie dann im kommenden Jahrzehnt wirksam werden. Staaten, die das auf die lange Bank schieben, werden die Maßnahmen später unter großem Druck und zu deutlich höheren Kosten nachholen müssen.
— Joeri Rogelj, Klimaforscher
Die Zeit läuft uns davon. Wir müssen so schnell wie möglich aus Öl, Gas und Kohle aussteigen. Dafür braucht es einen rechtlich verbindlichen Ausstiegsplan. Unsere Zukunft liegt in den erneuerbaren Energien, es gibt keinen Grund noch länger zu warten.
— Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000
Die nächsten Jahre sind entscheidend über Erfolg und Misserfolg der weltweiten Klimapolitik. Das zeigt ein Sonderbericht des Weltklimarates IPCC über Stand und Auswirkungen der globalen Erwärmung um 1,5° C. Dieser macht den politischen Entscheidungsträgern Feuer unter dem Hintern. Die zentralen Aussagen lauten: Die Zusagen der Länder greifen viel zu kurz und sind viel zu niedrig angesetzt, um den weltweiten Temperaturanstieg unter 1,5 °C zu halten. Es braucht wesentlich mehr. Und vor allem: Es muss schnell, es muss sofort gehandelt werden, die Zeit drängt. António Guterres sagt dazu: „Der Klimawandel stellt uns vor die wichtigste und entscheidendste Aufgabe unserer Zeit. Er bedeutet für uns alle eine existenzielle Bedrohung. Wenn wir unseren Kurs bis zum Jahr 2020 nicht entscheidend ändern, riskieren wir desaströse Folgen für Mensch und Natur. Denn der jetzige Kurs zerstört die Kreisläufe der Natur, von der wir leben.“ Die Botschaft ist eindeutig: Klimaschutzmaßnahmen dürfen nicht länger aufgeschoben werden.
Drautal unter 400 Meter dickem Eis. „Wenn wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht einhalten, müssen wir uns definitiv auf eine Erwärmung von +3 °C gefasst machen“, so Joeri Rogelj, einer der führenden Autoren des Sonderberichts. Was nur 3 °C Unterschied ausmachen, zeigt ein Blick zurück. Vor 20.000 Jahren beim Ende der letzten Eiszeit war die Temperatur um 3,5 Grad niedriger als heute. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG in Wien erklärt: „Das in den Eismassen gespeicherte Wasser senkte den Meeresspiegel weltweit um etwa 120m ab, wodurch z.B. die Adria zur Gänze verschwunden war, Alaska mit Sibirien und Britannien mit Europa verbunden war.“ Das gesamte Drautal lag unter einer bis zu 400 Meter dicken Eisdecke. 3 Grad Unterschied verändern unsere Umwelt massiv.

Die Klimaforscher haben die wissenschaftlichen Daten geliefert, es liegt jetzt ganz an den Politikern, die notwendigen Maßnahmen in die Tat umzusetzen.
— Kim Hoesung Lee, Vorsitzender des Weltklimarates
Klimafreundliche Stromerzeugung mit Windenergie
Nutzung der Windkraft auch in Kärnten wichtig. Betrachtet man die Kärntner Energiestatistik, sieht man, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch seit Jahren stagniert und nur bei 55% liegt. Um das Pariser Klimaabkommen einhalten zu können, und das österreichische Klimaneutralitätsziel bis 2040 zu erreichen, muss der CO2-Ausstoß bis 2040 beendet werden. Dies ist nur mit einer drastischen Reduktion des Energieverbrauchs und einer Umstellung der Energieversorgung auf großteils erneuerbaren Strom zu erreichen. Ohne die Nutzung der Windkraft wird die Energiewende in Kärnten kaum gelingen.
Gut fürs Klima: Der saubere Windstrom liefert einen enormen Beitrag zum Klimaschutz. Allein in Österreich vermeidet er jährlich mehr als 3,9 Millionen Tonnen CO2, das ist ungefähr so viel, wie 1,6 Mio. Autos ausstoßen.
Saubere Energie: Bei der Stromerzeugung aus Windkraft gibt es keine Abgase, Abfälle oder Abwässer. Es fallen keine zusätzlichen Kosten für die Beseitigung des Kraftwerksmülls oder der Umweltschäden an, wie bei Kohle- und Atomkraftwerken.
Heimischer Ökostrom: Eine Windkraftanlage mit drei Megawatt Leistung erzeugt pro Jahr Strom für den Verbrauch von mehr als 2.000 Haushalten. Ein einziges Windrad ist also in der Lage, eine kleine Gemeinde zu versorgen.
Warum wir die Windkraft nutzen sollen: Fragen und Antworten zur klimaschonenden Stromerzeugung mit der Kraft des Windes.
www.windfakten.at