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Sie gehen mit gutem Beispiel voran: So fasten die heimischen Priester

Das Fasten ist so vielfältig wie das Leben selbst: Ob man sich beim Essen einhält, Gott mehr Platz im Leben lässt oder an Worten spart - viele Wege führen durch die Fastenzeit. Wir haben nachgefragt wie Kärntens und Osttirols katholische und evangelische Geistliche fasten.

Franz Troyer (54), Stadtpfarrer: „Nicht ändere dein Leben, sondern lebe deine Änderung: Die Fastenzeit nutze ich daher, um zu schauen, ob ich wirklich das tue, was ich mir vorgenommen habe. Heuer geht mein Blick in der Fastenzeit besonders auf jene Menschen, denen es schlecht geht. Körperlich Essen fasten ist mir nicht so wichtig. Aschermittwoch und Karfreitag nehme ich aber sehr ernst.“
Bruder Wolfgang Gracher (57), Stadtpfarrer: „Grundsätzlich bedeutet Fasten für mich, frei werden, um Gott mehr Platz im Leben zu lassen. Und auch, gewisse Dinge mit Brüdern und Schwestern zu teilen. Was ich einspare, gebe ich anderen. So fahre ich in dieser Zeit oft zu Hausbesuchen für Gespräche. Ich versuche in dieser Zeit, bewusster zu leben. Beim Essen schadet mir Fasten auch nicht, ich gehöre ja zu den Stärkeren.“
Pater Anselm Kassin (47), Militärpfarrer von Kärnten und Vikar in St. Andrä: „Ich fokussiere mich auf drei Punkte: Beten – Fasten – Almosen geben. Das bedeutet die Psalmen und die Lesungen des Stundengebetes intensiver zu meditieren und den Rosenkranz täglich zu beten, mich bei Mahlzeiten und Ausgaben einzuschränken und das Eingesparte zu spenden. Klassiker also, die nicht spektakulär, aber wirkungsvoll sind für ein bewusstes Zugehen auf Ostern.“
Zoltán Papp (49), Dechant und Stadtpfarrer: „Ich persönlich versuche im heurigen Jahr mit den Worten zu fasten, weniger verletzend zu sein, mit den Menschen respektvoller umzugehen. Ich möchte dieses Vorhaben in der Fastenzeit jeden Tag erneuern und bewusster erleben, um zu spüren, dass die Menschen, durch mein Verhalten, meine Worte, Freude am Leben haben.“
Günther Dörflinger (78), Stadtpfarrer von Hermagor: „Bei Süßigkeiten halte ich mich in der Fastenzeit sehr zurück, Alkohol ist für mich ohnehin kein Thema. Die Fastenzeit nutze ich gerne zur Erledigung aufgeschobener Arbeiten, ob in der Pfarrkanzlei oder in der Wohnung. In dieser Zeit hole ich längst fällige Hausbesuche nach. Oft erweisen sich diese als sehr nachhaltig und für beide Seiten fruchtbringend. Fasten ist eben vielfältig.“