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Mobilität

Diese Autos werden 2020 Oldtimer

Kinder, wie die Zeit vergeht: Diese Automodelle dürfen sich ab 2020 Oldtimer nennen.

vor 6 Jahren12. Mai 2020 um 03:04
Die Rüsselsheimer wurden nicht müde zu betonen, dass der Opel Calibra keinesfalls die Nachfolge des legendären Manta antreten sollte. Eine Welle an neuen Witzen wollte man partout nicht heraufbeschwören. Als Steffi Graf im Herbst 1989 auf der IAA das Tuch vom Coupé zog, rauschte es dennoch nur so vor Vergleichen im Blätterwald. Aber der Calibra beschritt technisch ganz andere Wege: Seine Motoren waren quer eingebaut und trieben die Vorderachse an. Aber Erhard Schnells Design für den 2+2 mit riesiger Heckklappe zog und brachte ihm mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 damals den Titel des Aerodynamikweltmeisters ein. Dass die Leuchteinheiten im Gesicht nur sieben Zentimeter flach waren, erreichten die Techniker durch den Einsatz von Ellipsoid-Scheinwerfern. Ja, Opel war ehrgeizig - und deshalb sollte mit den 2-Liter-Vierzylindern im Angebot auch nicht Schluss sein.
1992 setzten die Rüsselsheimer mit dem Opel Calibra Turbo 4x4 der Baureihe die Krone auf. Der Vierzylinder mit Lader, der in den Abgaskrümmer integriert war, umschiffte nicht nur das damals fast obligatorische Turboloch, sondern katapultierte den Calibra auf porschepulverisierende 245 km/h. Für den Allrad bezog Opel übrigens Schützenhilfe von Steyr-Daimler-Puch in Graz, der bis 1996 in 12.677 Exemplare verbaut wurde.
Bevor der Mazda MX-5 1989 das Licht der Welt erblickte, galt die Gattung Roadster aufgrund verschärfter Sicherheitsbestimmungen als ausgestorben. Die Japaner erkannten die Lücke und lieferten mit dem schicken Schlafaugen-Cabrio einen Mega-Seller ab: Als der Mazda MX-5 1990 in Österreich zum Händler rollte, hatten bereits 600 Kunden blind den Kaufvertrag unterschieben. Es dauert keine drei Tage, bis das Jahreskontingent ausverkauft war.
Der beste englische Roadster, den Japan je hervorgebracht hat, surfte auf dem Zeitgeist und mauserte sich zu einem Klassiker ab Werk. Beim Verkaufsstart wurde das Cabrio mit Stoffdach nur als 1,6-Liter mit 115 PS angeboten. 1994 folgte ein 1,8-Liter-Benziner mit 131 PS, im Jahr darauf wurde der 1,6er als kostengünstige Einstiegsvariante mit 90 PS verbaut. Mit 2520 Exemplaren ist der erste MX-5 in Österreich auch gleichzeitig der meistverkaufte. Kein Wunder bei diesem charmanten Augenaufschlag.
Was die Modellpolitik angeht, war Volkswagen nie für seine Experimentierfreude bekannt. Lieber die anderen den Weg ebnen lassen - und wenn ein Konzept aufgeht, das Feld von hinten aufrollen - so lautet die Devise in Wolfsburg. Aber bekanntlich bestätigen Ausnahmen die Regel. 1989 enthüllte VW auf dem Genfer Autosalon eine auf offroad getrimmte Studie namens Golf Montana. Was nicht mehr als eine Fingerübung hätte sein sollen, führte zu reihenweise Blindbestellungen, die bei den Händlern eingingen. Also begann man, über eine Serienfertigung nachzugrübeln, und holte dafür die Allradspezialisten von Steyr-Daimler-Puch ins Boot. Die bekamen ab Mai 1990 komplett vormontierte Golf CL Syncro nach Graz geliefert und rüsteten sie dort zum Country auf.
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