Förderpreis des Landes Steiermark mit Arbeitsstipendien und Ankaufspreis

Das Land Steiermark vergibt nach öffentlicher Ausschreibung im Zweijahresrhythmus den Förderungspreis des Landes Steiermark für zeitgenössische bildende Kunst in Form eines zweistufigen Wettbewerbes für die beste Leistung.

© Schuiki

Mehr Infos:

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird ungeteilt vergeben; ebenso zwei Arbeitsstipendien in der Höhe von je 5000 Euro, Ankaufspreise werden in Höhe von insgesamt 8000 Euro vergeben. Bewerben können sich Künstlerinnen und Künstler sowie Künstlergruppen, die in der Steiermark geboren oder durch längeren Aufenthalt der Steiermark verbunden oder durch ihr künstlerisches Schaffen der Steiermark verpflichtet sind.
www.museum-joanneum.at/neue-galerie-graz/ausstellungen/foerderungspreis

Arbeitsstipendien zu je € 5000,-

Nayari Castillo und Lena Violetta Leitner. Beide Künstlerinnen reflektieren die sozio-politische Realität auf sehr kritische Weise. Nayari Castillo, die in Graz lebt und arbeitet, begleitet ihre künstlerische Praxis mit wissenschaftlicher Forschung. Sie macht dabei Verdecktes sichtbar, Vergessenes erfahrbar und arbeitet innerhalb ihrer Recherchen auch mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zusammen, die sie in ihre partizipatorischen Projekte integriert – bspw. „Gifts for Graz“ (rotor 2016).
Lena Violetta Leitner stellt die Frage, was ist „natürlich“ und was ist „fremd“. Sie legt ihre Projekte oft als Langzeitstudien an, die an wissenschaftliche Forschungsstrukturen erinnern. Ein fiktionales Forschungszentrum – Integrationszentrum für migrierte Pflanzen – steht dabei im Mittelpunkt. Die Übertragung von Problemzusammenhängen auf Pflanzen, die wissenschaftliche Sprache und der ironische Witz machen diese Kunst zu einer Kritik an sozialen Klischees und politischen Stereotypen. (Text aus der Jurybegründung)

Ankaufspreis in Höhe von € 8000,-

Julia Gaisbacher. Von Julia Gaisbacher soll ein signifikantes Werk bzw. eine Werkserie für die Sammlung der Neuen Galerie angekauft werden. In ihren zahlreichen Auslandsaufenthalten – beispielsweise in Beograd – arbeitet Julia Gaisbacher sehr konzentriert und konsequent an ihren umfangreichen dokumentarischen Projekten. Aus der nötigen Distanz, die sie als objektive Beobachterin einnimmt, fängt sie in sehr sensibler Art Veränderungsprozesse ein, die bereits im Gange sind oder sich gerade konfigurieren. Ihre Fotos beziehungsweise Fotoserien sind von hohem Dokumentationswert und gleichzeitig sehr poetisch. Die poetische Note bezieht sich vor allem auf die dargestellten Menschen, die in ihrem Alltagszusammenhang gezeigt werden. Ihr Bemühen oder auch Unvermögen, sich den jeweiligen Situationen anzupassen und damit umgehen zu können, steht oft im Zentrum des künstlerischen Interesses von Julia Gaisbacher. (Text aus der Jurybegründung)