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Politik

Ibiza-Video, Casinos, Spesen - die Vorwürfe gegen Strache

Dem Langzeit-Parteichef droht heute der Parteiausschluss.

vor 7 Jahren1. Oktober 2019 um 06:03
ÖsterreichInnenpolitik
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Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache steht nach einer Reihe von Skandalen vor den Trümmern seiner politischen Karriere. Die Veröffentlichung des Ibiza-Videos war gefolgt vom Verdacht eines "Deals" Straches rund um die Besetzung des Casinos Austria-Vorstandes - Hausdurchsuchung inklusive. Die zuletzt bekannt gewordene Spesen-Affäre ramponierte das Image des Ex-Chefs dann endgültig.
Der Absturz Straches nach der Ibiza-Affäre erfolgte von besonders hoher Fallhöhe. Jahrelang baute die Partei rund um ihren "Chef" einen wahren Personenkult auf. Der als "HC" vermarktete Frontmann wurde nicht nur in jedem Wahlkampf großformatig plakatiert, egal, ob bei Bundes- oder Landeswahlen. Sein Name bzw. die Kurzform zierte auch nahezu jeden blauen Fan-Artikel, vom Kugelschreiber bis zum "HC-Bären" aus Stoff. Letzterer lebt übrigens unter seinem Nachfolger Norbert Hofer weiter: Der kleine blaue Bär blieb gleich, getauscht wurde lediglich das rot-weiß-rote Lätzchen. Statt "HC" prangt dort nun der Schriftzug "NORBÄR".
Und auch musikalisch erfuhr der blaue Ex-Held Huldigungen: "HC HC für Österreich, er will für alle das beste, wir brauchen seine ganzen Kraft", textete die FPÖ-Haus- und Hof-Band John Otti 2013 eine dem Parteichef gewidmeten Nummer (Titel: "Liebe ist der Weg"). Bei Parteiveranstaltungen zog der gelernte Zahntechniker zu diesen und ähnlichen Klängen in der Vergangenheit in Bierzelte und Veranstaltungshallen ein, "HC"-Sprechchöre inklusive. Später wurde diese eine Hymne auf den Ex-Chef dann nicht mehr gespielt. Denn Universal Music sah darin eine bearbeitete Version eines urheberrechtlich geschützten Liedes und ergriff rechtliche Mittel.
Die Probleme, vor denen Strache nun steht, lassen derartige Ärgernisse verblassen. Am 17. Mai 2019 erschütterte die Enthüllung des Ibiza-Videos durch "Süddeutsche Zeitung" (SZ) und "Spiegel" das blaue Weltbild und die Republik. Strache war (gemeinsam mit Ex-Klubchef Johann Gudenus) bereits im Sommer 2017 in eine von bisher Unbekannten gestellte Video-Falle auf Ibiza getappt und leitete dort selbst sein politisches Ende ein.
Auf dem heimlich gefilmten Video ist Strache gemeinsam mit einer vermeintlichen russischen Investorin zu sehen, mit der er über Staatsaufträge für millionenschwere Spenden sprach. Darüber hinaus sorgte er u.a. mit Vorschlägen zur Übernahme der "Kronen Zeitung" und zum Austausch unliebsamer Journalisten ("zack, zack, zack") für Empörung.
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