Suche

Restaurieren und digitalisieren

Sie sind Natur-­ und GeisteswissenschafterInnen, TechnikerInnen ... sieben Mitarbeiter­Innen zeigen, wie vielfältig das Jobspektrum an der Universitätsbibliothek Graz ist.

Digitalisie­rungsexperte Karl Lenger studierte an der FH Joan­neum und ist seit 21 Jahren an der Universitätsbibliothek Graz tätig. Manfred Mayer hat Elektro­technik studiert und leitet seit mehr als 30 Jahren die Buchrestaurie­rung
© Manuel Hanschitz
Digitalisie­rungsexperte Karl Lenger studierte an der FH Joan­neum und ist seit 21 Jahren an der Universitätsbibliothek Graz tätig. Manfred Mayer hat Elektro­technik studiert und leitet seit mehr als 30 Jahren die Buchrestaurie­rung

Herr Mayer, wie restaurieren Sie eine alte Handschrift?
MANFRED MAYER: Restaurierung ist vor allem der Erhalt von Information. Im ersten Schritt wird eine Handschrift digital dokumentiert. Dann entscheiden wir, was wir genau machen. Unsere Hauptaufgabe ist, das Papier, den Bucheinband, die Tinte und die Malereien zu festigten. Der Aufwand für ein Buch liegt zwischen einem Tag und mehreren Wochen.

Wann ist ein Werk restaurie­rungsbedürftig?
MANFRED MAYER: Wenn bei der Benützung einer Handschrift, also beim Lesen, ein Verlust an Originalsubstanz droht.

Nicht selten gehen Bücher von der Restaurierung in die Digitalisierung.
KARL LENGER: Das stimmt. Wenn eine sofortige Digitalisierung nicht möglich ist, kommen sie zuerst in die Restaurierung und dann zurück zu uns.

Und was passiert bei der Digitalisierung?
KARL LENGER: Das Buch wird Seite für Seite hochauflösend fotografiert. Danach kommt die Nachbearbeitung, die den meisten Zeitaufwand verursacht. Abgespeichert werden die Bilder auf Servern und in der Cloud. Wir an der Universitätsbibliothek Graz waren übrigens die ersten im deutschsprachigen Raum, die mit der Digitalisierung von derartigen Handschriften angefangen haben.

Viele Hand­schriften ...

Eine Erfindung aus Ihrem Haus ist auch ein Welterfolg?
KARL LENGER: Ja, das ist der Traveller genannte mobile Version unseres statioären Digitalisierungstisches. Sein „Vater“ ist mein Kollege Mayer.
MANFRED MAYER: Das Praktische am Traveller ist, dass man ihn in zehn Minuten an jedem beliebigen Ort – zum Beispiel in schwer zugänglichen Klosterbibliotheken – aufbauen und bedienen kann. Sein Kernstück ist eine ausgeklügelte Laseroptik. Mehr als 110 Stück werden derzeit weltweit verwendet.
... kommen aus Klosterbibliotheken. Beispielsweise aus Seckau, Stainz, St. Lambrecht, aber auch aus Ptuj.