Erwin Angerer im Interview
Bezahlte Inhalte, die inhaltliche Verantwortung liegt beim Auftraggeber "Zufriedenstellende Leistungsbilanz für Kärnten"

Herr Angerer nach 1,5 Jahren türkis-blauer Bundesregierung und sechs freiheitlichen Ministern wie sieht Ihre Bilanz insbesondere für Kärnten aus?
Ich ziehe eine durchaus zufriedenstellende Leistungsbilanz, da wir uns sehr bemüht haben, die Interessen Kärntens in Wien zu vertreten. Nach Jahrzehnten des Wegschauens sind wir endlich auf offene Ohren gestoßen, was man beispielsweise an vielen Infrastrukturmaßnahmen vom ehemaligen BM Norbert Hofer sieht. Wäre die Koalition nicht durch ÖVP-Obmann Sebastian Kurz aufgekündigt worden, hätte Kärnten auch von der geplanten Nahverkehrsmilliarde profitiert. Damit hätten wir u.a. unseren Senioren attraktivere Verkehrsangebote in den ländlichen Regionen anbieten können.
Was wurde konkret für die Senioren getan?
Bereits unter unserem verstorbenen LH Dr. Jörg Haider haben wir uns für eine bedarfsgerechte Versorgung unserer Senioren eingesetzt haben. Damals wurden Seniorenwohnheime außerhalb der städtischen Zentralräume geschaffen, sodass alte Menschen nicht mehr gezwungen waren, ihre Familien und ihre gewohnte Umgebung zu verlassen und in eine ihnen fremde Stadt zu ziehen. Pflege, egal ob zuhause oder in einer professionellen Einrichtung, ist uns nach wie vor ein Anliegen. Mit der Abschaffung des Pflegeregress und der ab nun gültigen jährlichen Valorisierung des Pflegegeldes sind uns bereits wichtige Meilensteine geglückt. Ich hoffe jedoch, dass wir die Gelegenheit haben werden, den „Masterplan Pflege“ weiterzuentwickeln und bspw. mobile Pflegedienste bundesweit auszubauen.
Stichwort Pflege, wo müsste man hier Ihrer Meinung nach ansetzen?
Ich bin der Meinung, dass wir Pflegebedürftigen die Möglichkeit bieten sollten, sich auszusuchen, ob sie bspw. tagesbetreut oder zuhause gepflegt werden möchten, etc. Ich denke an etwas wie einen „Pflegescheck“, der Betroffenen die Wahlfreiheit zur individuellen Pflege lässt. Leider konnte bis dato auch die Pflegelehre nicht umgesetzt werden, obwohl wir hier einen großen Bedarf haben! Einerseits wäre eine qualitätshaltige Pflege sichergestellt, andererseits hätten wir dadurch attraktive Berufsangebote. Wir müssen eine ordentliche Ausbildungsstruktur aufbauen, um unseren Kindern bestmögliche Zukunftschancen zu bieten. Das fängt bei der Kinderbetreuung an. Diese wird seit Jahren als „politischer Spielball“ von Bund und Ländern missbraucht, da sich die Zuständigkeiten überschneiden und Verantwortungen somit gerne abgewälzt werden. Auch hier bräuchten wir flexiblere Modelle, sodass Kleinkinder ebenso betreut werden können wie Schüler. Die Gemeinden - als Betreiber der Kindergärten - sollten über die Bundesgelder verfügen können, anstatt beim Land zum Bittsteller zu werden. Wie man sieht, gibt es noch viele Hebel, die wir bewegen müssen, damit sich etwas ändert und auch Kärnten vom Bundestopf mitnaschen kann. Dazu braucht es aber eine starke Vertretung der FPÖ Kärnten in Wien!