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Chronik

Österreichs Brauchtümer

Seit zehn Jahren wird in Österreich immaterielles Kulturerbe gelistet. Österreichs kulturelle Vielfalt in Bildern.

vor 7 Jahren12. Dezember 2019 um 18:09
Almauftrieb in Österreich. Die Unesco hat den Almauf- und abtrieb in Österreich sowie den Alpinismus auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Vor allem Kühe, Ziegen und Schafe würden abhängig von der Jahreszeit von Weidefläche zu Weidefläche getrieben, erklärte die Unesco. Bei der Wanderweidewirtschaft würden teilweise sehr lange Strecken auf festen Routen zurückgelegt. Dies forme Landschaften und verbinde Gemeinschaften.
Axamer Wampelerreiten, Tirol. Am “Unsinnigen Donnerstag” vor Faschingsonntag trotten junge Burschen in ausgestopften weißen Leinenhemden durch die Tiroler Gemeinde Axams. Den Namen verdienen sich die sogenannten “Wampeler” durch ihren dicken Heu-Bauch. Ihre Gegner, die Reiter, versuchen die Wampeler auf den Rücken zu legen. Jener Wampeler, dessen Rücken am Ende des Spektakels am saubersten ist, gewinnt.
Roman, Burgenland. Roman ist die Sprache der burgenländischen Roma. Als Abwandlung des Romani wird es nur in Österreich gesprochen und blickt auf eine über 500 Jahre alte Tradition zurück. Die Diskriminierung der Roma führte im vergangenen Jahrhundert allerdings zu einer zunehmenden Sprachverweigerung, erst in den 1980er Jahren wurden Roman wieder stärker verbreitet. Auch heute erfreut sich Roman allerdings nicht allzu großer Beliebtheit in der Mehrheitsbevölkerung, die größte Gefahr für den Fortbestand stellt daher die abnehmende Verwendung der Sprache von Burgenland-Roma selbst dar.
Perchtoldsdorfer Hütereinzug, Niederösterreich. Früher wurden Weinhüter von der Gemeinde bezahlt, um in den Weingebieten die Ernte vor Dieben und Tieren zu schützen. Der Beruf verschwand in den 1970ern, jedoch ziehen die Weinhüter heutzutage am ersten Sonntag nach dem Leonhardi-Tag (6. November) in Perchtoldsdorf ein. Am “Hiataeinzug” beteiligen sich heute vor allem Söhne von Weinbauern. Wichtigstes Element: die “Pritschn”, ein mit Eichenlaub geschmückter Drehkörper mit zwei goldenen Herzen aus Walnüssen, der auf einer Stange befestigt durch die Gemeinde getragen wird. Am Marktplatz werden sogenannte “Gstanzln” präsentiert, alte Melodien mit aktuellen Texten.  
Lesachtaler Brotherstellung, Kärnten. Einst als “Tal der hundert Mühlen” bekannt, sind es vor allem die Gemeinden Maria Luggau und Liesing im Lesachtal, die die tradtitionelle Brotherstellung begründeten. Die Bezeichnung “Lesachtaler Brot” umfasst allerdings nicht allein das kulinarische Endprodukt, auch Getreideanbau, Körnergewinnung, Mühlenbau und das Backen in hauseigenen Öfen werden von diesem Begriff berücksichtigt. Nicht zuletzt sind auch typische und fachbezogene Dialektwörter diesem Kulturphänomen zugehörig. 2008 wurde außerdem nahe Tokio ein Lesachtaler Brotbackofen errichtet und von einer Delegation aus dem Lesachtal eröffnet.  
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