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Chronik

Die Noten für die Grazer Stadtpolitiker

Einen Tag nach den echten Noten folgt die nächste Zeugnisvergabe: Wie es Schwarz-Blau im Jahr zwei geht – und wie der Opposition?

vor 7 Jahren6. Juli 2019 um 03:33
Graz-UmgebungGraz
Auch nach 16 Jahren an der Spitze hat Siegfried Nagl nichts an seiner Begeisterungsfähigkeit für neue Projekte eingebüßt. Das Für: Er stößt damit viele Debatten an. Das Wider: Es erschöpft sich oft in Schlagzeilen-Politik. Und trotz alle Träume und Visionen scheut der Bürgermeister echte Veränderung. Graz soll wachsen, aber im Wesentlichen bleiben, wie es ist. Note: 2,8
Eine Minute hätten den Vizebürgermeister beinahe die Karriere gekostet: Mit seiner Verteidigungsrede für die Identitären hat Mario Eustacchio fast Schwarz-Blau gesprengt. Richtig erholt hat er sich von dem damaligen Sturm noch nicht. Pragmatiker im Amt ist er nach wie vor, nur: Nach neuen Regeln im Gemeindebau gehen ihm die Themen aus.Note: 3,5
Wann immer Nagl als Bürgermeister geht, in der ÖVP ist klar: Kurt Hohensinner wird folgen. Er macht auch unter Schwarz-Blau gute Figur – auch dank sympathischer Ressorts wie Schule samt Ausbauprogramm, Sport und Soziales. Mit neuen Wegen im Sozialbereich (Gutscheine statt Geld) pflegt er das ÖVP-Credo: Jeder ist seines Glückes Schmied.Note: 2
Die Schulden steigen, dennoch hat Günter Riegler die Finanzen mit der selbst gesetzten Obergrenze im Griff – auch wenn dank „Blackbox“ immer wieder plötzlich Millionen für schwarz-blaue Projekte da sind, wo sonst Sparen angesagt ist. In der Kultur muss er die Animositäten zwischen Szene und Koalitionspartner FPÖ austarieren. Das Kulturjahr 2020 hat das Potenzial zu einem lauten Ausrufezeichen.Note: 2,5
Auch im Jahr zwei wird klar: Der Verkehr ist nicht ihr Leibthema. Die Strategie von Schwarz-Blau ist damit aufgegangen, die bisher unangreifbare Elke Kahr stolpern zu lassen (Zaun-Posse beim Kaiser-Josef-Platz, asphaltierte Grünfläche bei der Oper). Eigene große Pläne fehlen, beim Straßenbahnausbau braucht sie das Einvernehmen mit Bürgermeister Nagl – das dieser sehr politstrategisch gewährt. Trotzdem geht sie unverdrossen ihren Weg und hört sich Woche für Woche die Nöte der Bürger persönlich an.Note: 3,5
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