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Auf soliden Grundfesten: Fachdisziplin Ingenieurgeologie

In interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Nachbardisziplinen und anderen Fachgebieten trägt die Ingenieurgeologie im NAWI Graz Geozentrum dazu bei, dass Bauwerke aller Art sicher, zweckmäßig und wirtschaftlich gebaut werden können.

Hangsicherung bei den Bauarbeiten zum Yusufeli Damm in der Türkei
© Zambanini
Hangsicherung bei den Bauarbeiten zum Yusufeli Damm in der Türkei

Die Ingenieurgeologie versteht sich als Bindeglied zwischen den klassischen Geowissenschaften und der Geotechnik. Das heißt, im Studium werden neben klassischen und angewandten Geowissenschaften weitere naturwissenschaftliche und auch ingenieurwissenschaftliche Fächer vermittelt.

Die Ingenieurgeologie befasst sich mit geologischen
Phänomenen, die für Bauvorhaben, die öffentliche
Sicherheit, Naturgefahren und Aspekte der Verwertung natürlicher Ressourcen relevant sind.

Einsatz findet die Arbeit von Ingenieurgeologinnen und -geologen im Bau- und Bergbauwesen, dem Energiesektor, der Umwelttechnik sowie in den Infrastrukturen von Ver- und Entsorgung oder Verkehrswegen. Diverse Projekte des Fachgebietes betreffen den Schutz des Untergrundes im Rahmen von Bauvorhaben, nicht nur bei Bauwerken aller Art oder Verkehrswegen, sondern auch bei Kavernen, Wasserkraftwerken, Hängen oder untertägigen Hohlräumen verlässt man sich auf die Beurteilung und Sicherung vonseiten der Ingenieurgeologinnen und -geologen.

Risse im Boden nach dem Erdbeben von L’Aquila 2009
© Kieffer
Risse im Boden nach dem Erdbeben von L’Aquila 2009

Ein breites geologisches Grundwissen, geologische Abläufe und Zusammenhänge sowie prozessorientiertes geologisches Denken sollen vermittelt werden. Durch die Kenntnisse der Ingenieurgeologie sollen Baugründe besser beurteilt werden können und eine zielgerichtete und praxisorientierte Zusammenarbeit zwischen Geologinnen und Geologen mit Geotechnikerinnen und Geotechnikern und Bauingenieuren und Bauingenieurinnen ermöglicht werden.

Geowissenschaftler und Geowissenschaftlerinnen können beruflich in der Rohstoff gewinnenden und verarbeitenden Industrie sowie der Erdöl-, Erdgas-, Kohle-, Erdwärme-, Erz-, Edelmetall- und Baumaterialindustrie Fuß fassen. Auch im Umweltschutz, im Hoch- und Tiefbau, im Tunnelbau, in der Deponietechnik, der Grundwassererschließung oder dem Grundwasserschutz finden sich Beschäftigungsmöglichkeiten für Ingenieurgeologinnen und -geologen.

Teamarbeit ist bei der Interpretation der gemessenen Datei besonders wichtig
© Kieffer
Teamarbeit ist bei der Interpretation der gemessenen Datei besonders wichtig

Zukünftige Herausforderungen bilden weitere Arbeitsfelder für Geologinnen und Geologen: durch die bereits fortgeschrittene Verbauung von Regionen mit geringem Risiko und dem drastisch ansteigenden Bevölkerungswachstum werden zivile Infrastrukturen in immer herausfordernderen Umgebungen errichtet. Überschwemmungen, Erdbeben und vulkanische Aktivität sind die Fronten, auf die ingenieurgeologisches Fachwissen trifft, wenn es um nachhaltige Bauvorhaben in der Zukunft geht.

In der Fachdisziplin am Geozentrum NAWI Graz gibt es derzeit folgende internationale Projekte:

  • Radarmessungen am Yusufeli-Staudamm in der Türkei
  • Massenbewegungen ausgelöst durch das M 7,8 Nepal-Gorkha-Erdbeben am 25. April 2015

Ingenieurgeologisches Wissen kann über folgende Ausbildungswege erworben werden:

  • Bachelor Geowissenschaften und dem darauf aufbauenden Master Geosciences oder
  • Bachelor Bauingenieurwissenschaften und dem darauf aufbauenden Master Geotechnical and Hydraulic Engineering

Mehr Infos zum Studium der Geowissenschaften

Ao. Univ.-Prof. Dietmar Klammer
Studiendekan an der TU Graz
0316 873 - 6369
dietmar.klammer@tugraz.at

Univ.-Prof. Dr. Steffen Birk
CuKo-Vorsitzender an der Universität Graz
0316 380 - 5583
steffen.birk@uni-graz.at

Link zum Studium

Mehr Infos zum Studium Geotchnical and Hydraulic Engineering

Studiendekan Ass.-Prof. Dr. Helmut Knoblauch
0316 873 – 6700
helmut.knoblauch@tugraz.at

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