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Chronik

Kulinarische Rundreise durch die steirischen Osterbrot-Regionen

vor 7 Jahren18. April 2019 um 06:02
Steiermark
Eher süß mag man es im Süden! Vor allem beim Osterbrot. Und es wäre nicht das südsteirische Weinland, wenn Wein (oder Glühwein) nicht auch als Flüssigkeit für den Teig verwendet werden würde. Das soll das süße Brot noch geschmackvoller machen. Wie viele Südsteirer verleiht Osterbrot-Landessiegerin Rosa Klösch aus St. Nikolai im Sausal ihren Broten zusätzlich noch eine Glasur aus Milch, Ei und Zucker. Und für sie steht fest: „Rosinen gehören einfach auch dazu.“
Im Ennstal gibt es zu Ostern den Brauch, den andere von Allerheiligen kennen. Der Taufpate (im Ennstal „Ged“ bzw. „Godi“ genannt) überbringt seinem Schützling einen Brioche-Striezel in Kipferlform. „Wir nennen das Godln-Gehen“, erklärt Kipferlbäckerin Viktoria Kirisits aus Lassing. Die runde Form soll an ein Hufeisen erinnern und Glück bringen. Flechtgebäcke bedeuten auch, dass dem Beschenkten auch Glück- und Segenswünsche mit hineingeflochten werden.
Einen Siegeszug hat zuletzt die Osterpinze hingelegt – vor allem, weil sie auch in allen Supermärkten verkauft wird. Ursprünglich kommt die Pinze (die ihretypische Form dadurch erhält, dass ein Teigballen an drei Stellen tief eingeschnitten wird) aus Friaul, Veneto, Slowenien und Kroatien. Pinzen sind süß und zart, weil sie in der Regel mit Milch, Butter, Zucker und Eiern gebacken werden (im Bild vorne eine prämierte Pinze der Bäckerin Martina Auer aus Kirchbach).
In seiner ursprünglichsten Form ist das Osterbrot in Teilen der Ost- und Weststeiermark, vereinzelt auch in der Obersteiermark zu finden. Zum Weizenmehl kommen Anis, Schmalz (Brotexpertin Eva Lipp: „Schmalz gab es früher auf jedem Hof“), Salz, Öl und Brotgewürz. Sprich: Das Osterbrot ist hier nicht süß und wird auch nicht bestrichen. Häufig, wie am Hof von Helga Raidl (Bild) in Söchau, werden dafür christliche Zeichen auf die Brotrinde geformt.
Puristisch – also salzig, mit Schmalz und ohne Zuckerzusatz gebacken – geht es wie eingangs erwähnt (siehe links) bei oststeirischen Osterbroten zu. Aber es gibt je nach Familie auch Abstufungen. „Bei uns sind die Brote zwar nicht süß, werden aber mit Eiglasur bestrichen“, sagt Andrea Nöhrer aus Buch-St. Magdalena. Das verleiht dem Laib zusätzlichen Glanz. Was im Hause Nöhrer seit Generationen gemacht werde: „Wir ritzen vor dem Backen ein Kreuz in die Brotrinde.“
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