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Reisen

Schiffstaufe

Schiffstaufe des Ozeanriesen Costa Venezia in Triest. Das neue Schiff, das wie ein Trip durch Venedig anmutet, ist ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt.

vor 7 Jahren31. März 2019 um 03:10
Die Costa Venezia ist ein Hochhaus der Meere, das mehr als 5000 Passagiere fasst, 600 Millionen kostete und ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt ist. Unter lautem Tröten des Schiffshorns dreht Captain Giulio Vanestra das 323 Meter lange Schiff im Hafenbecken von Monfalcone langsam um seine Achse. 
Sollte Venedig, wie prophezeit, dereinst untergehen, so wird die Serenissima zumindest für chinesische Schiffspassagiere naturgetreu auf dem Schiff konserviert. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass gerade einer jener Ozeanriesen (135.500 Bruttoraumzahl), die sich in der Lagune vor dem historischen Stadtzentrum vorbeischieben und durch das zu nahe Heranfahren den Verfall beschleunigen, eine Nachbildung der Stadt beherbergt.
Man hat den Eindruck, dass ein Großteil der Serenissima auf die 20 Decks transferiert worden ist. Zwei ausrangierte, aber original restaurierte Gondeln vom San Trovaso Squero in Venedig, 11 Meter lang und glänzend schwarz, sind das meist fotografierte Motiv der chinesischen Gäste.
Beim Teatro Rosso, in dem täglich opulente Shows gezeigt werden, hat man Anleihen am Teatro Fenice genommen und auf Schritt und Tritt zeigen goldene Markuslöwen ihre Zähne. Die Lounge delle Stelle soll ein Stück Markusplatz symbolisieren, mit Marmorsäule und dem Markuslöwen obendrauf.
Arlecchino und Pulcinella aus Plastik begrüßen die Gäste in einem der Karaokesäle und die chinesischen und philippinischen Kellner in den Restaurants Casanova und Marco Polo stecken in original Gondoliere-Outfits samt Ruderleiberl, roter Schärpe und weißem Hut. Ob sie bald „O sole mio“ singen werden, ist nicht bekannt.
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