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Chronik

McLaren 600 LT

Oder doch eher ein Straßenauto für die Rennstrecke? Noch nie sind bei McLaren Renn- und Straßentechnik so sehr verschmolzen wie beim 600LT. Seine 600 PS sind da nur ein beiläufiges Detail.

vor 8 Jahren7. August 2018 um 03:11
Modellvorstellung
0 auf 100 km/h, 0 auf 200, Endgeschwindigkeit oder vielleicht sogar das maximale Drehmoment – alles Werte, mit denen es sich am Stammtisch oder in irgendeinem Internetforum herrlich angeben lässt. Nicht dass der 600LT in diesen Disziplinen nicht auch auftrumpfen könnte, doch es ist eine ganz andere Ziffer, die erahnen lässt, welch Potenzial in Englands neuester Flunder schlummert: von 200 km/h auf 0 in nur 117 Metern.
Wer später bremst, ist schließlich länger schnell, und genau darum geht es bei diesem McLaren: Kein Klimbim oder Features, die vielleicht schnell aussehen. Sondern nur die Dinge, die auch wirklich eine Funktion haben und die Fuhre schneller, stabiler oder fahrbarer machen. Und das fängt schon mit der Karosserieform an. LT steht nämlich für „Long Tail“, also Langheck, einem bewusst in die länge gestreckten Hintern, um den Luftwiderstand möglichst gering und den Anpressdruck an der Hinterachse möglichst hoch zu halten.
Einschließlich des verlängerten Frontsplitters, dem verlängerten Heckdiffusor, dem festen Heckflügel sowie einer verlängerten Silhouette wuchs der 600LT im Vergleich zum Basismodell 570S um 74 Millimeter. In Verbindung mit dem flachen Kohlefaser-Unterboden ergibt die neue Form 100 Kilogramm Abtriebskraft bei 250 km/h, die mehr Grip und höhere Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten erzeugt.
Der umfangreiche Einsatz von Kohlefaser – unter anderem für das Monocoque-Chassis, das rund 25 Prozent steifer ist als ein vergleichbares Chassis aus Aluminium, kommt der 600LT auf ein Eigengewicht von überschaubaren 1247 Kilogramm. Wem das nicht genügt: Mit den optionalen Schalensitzen, ebenfalls aus Carbon gefertigt und ursprünglich für den Extrem-Sportler McLaren Senna entwickelt, ist das Leergewicht glatte 100 Kilogramm geringer als bei einem 570S Coupé.
Diese Liebe zur reinen Lehre erkennt man aber auch an zahlreichen weiteren Details: Leichtes Alcantara kommt statt Teppichen im Innenraum zum Einsatz, das Handschuhfach wurde entfernt und die Türtaschen durch leichte Netze ersetzt, während Klimaanlage, Satellitennavigation und ein Audiosystem als kostenlose Optionen erhältlich sind und nicht serienmäßig eingebaut werden.
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