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Ein Porträt in Bildern

Grau, trist, ärmlich, so stellen sich die meisten von uns Nordkorea vor. Oliver Wainwright, Architekturkritiker beim "Guardian", verbrachte 2015 eine Woche in Pjöngjang und machte eine ganz andere Erfahrung - wie der nagelneue Bildband "Inside North Korea" zeigt.

Die Stadt mit ihren sanft in die hügelige Landschaft eingestreuten Hochhäusern wirkt alles andere als grau, sie ist vielmehr kitschig bunt. "Es sieht aus, als hätte jemand eine Tüte Bonbons über der Stadt ausgestreut, lauter bunte Drops, in die durchscheinende Raumschiffe aus Gelee gemischt wurden", schreibt der britische Journalist Oliver Wainwright in seinem Fotobuch "Inside North Korea", das jetzt im Taschen Verlag erschienen ist.
Eine Woche verbrachte Wainwright in Pjöngjang, natürlich mit einer organisierten Tour, in dem Fall eines chinesischen Reiseveranstalters. Solche Touren werden von hinten bis vorne strikt begleitet. Der Reisende bekommt nur das zu sehen, was der diktatorische Staat zu sehen erlaubt. Aufgrund dieser eingeschränkten Sicht kann man diesen Bidlband zwar nur als Architekturbuch lesen, hier allerdings hält er spannende Erkenntnisse bereit.
Den allgemeinen Erwartungen von realsozialistischer Gigantomanie entsprechen die riesigen Wohnblöcke, die sich über vier Kilometer an einer sechsspurigen Schnellstraße entlangziehen. Diese anlässlich der Weltjugendspiele 1989 gebauten Riegel stapeln 25.000 Wohnungen übereinander, mit denen Beamte der Parteielite belohnt wurden. Auch Berufsstände wie Wissenschafter, Lehrer oder Forscher konzentrieren sich in je eigenen Wohntürmen.
Ein Monumentalbau, der zu Kim II Sungs 70.Geburtstag errichtet wurde und dem Pariser Triumpfbogen nachempfunden ist - nur zehn Meter höher als sein Vorbild.
Ein Blick auf das rund einen Quadratkilometer große Gelände des Ausstellungsparks der Bewegung der drei Revolutionen.