Sagenumwobene Berglandschaften
Die Friulanischen Dolomiten zählen zu den schönsten Landschaften Friaul-Julisch Venetiens. Das Naturparadies bietet sowohl für Wanderfreunde als auch für Schlemmer allerlei zu entdecken.
Wer die Dolomiten kennt, wird sich nicht wundern, dass die langgezogene Gebirgskette Schauplatz unzähliger Sagen und Märchen ist. Hexen, Wassermänner und Kobolde sollen in den dunklen Gebirgshängen, wilden Wasserfällen und auf den Waldlichtungen ihr Unwesen getrieben haben. Wandert man alleine durch die noch großteils unberührte Landschaft versteht man schnell, warum die Bewohner dieser Gegend vor Jahrhunderten Sagen wie „Die Quelle des Vergessens" um diesen Ort gesponnen haben. Immerhin lassen die versteckten und vergessenen Winkel der Berglandschaft und die zauberhaften Naturschauspiele noch an Schlupflöcher zu einer magischen Parallelwelt glauben.
Die landschaftliche Schönheit der Bleichen Berge, wie diese noch bis ins 18. Jahrhundert bezeichnet wurden, wird jedoch nicht nur von den Italienern und Wanderurlaubern zutiefst geschätzt. Auch international wurde die Wichtigkeit der Erhaltung der Dolomiten anerkannt. So ist die Bergkette seit 2009 Teil des UNESCO Weltkulturerbes und wurde zu einer der 50 schönsten und wertvollsten Landschaften Europas gekürt – und eine der schönsten 199 weltweit.


Geführte Touren durch den friulanischen Dolomitenpark
Von besonderem Liebreiz wäre da etwa die Cellina Schlucht mit ihrer tibetanischen Hängebrücke. Diese wurde durch den Fluss Cellina in den Kalkstein gegraben. Auch das Tramontinatal, der Barcis-See und das Freilichtmuseum Poffabro sind auf jeden Fall einen Besuch wert. In den Besucherzentren des Dolomitenparks können außerdem verschiedene Ausstellungen besucht werden, wie beispielsweise „Vogelwelt im Park".
Für einen optimalen Einstieg in das Wandererlebnis sorgen die verschiedenen Schutzhütten, die etwa von Forni di Sopra aus zu erreichen sind. Von jeder der Hütten aus gibt es mehrere Touren zu begehen – natürlich können die Rifugios Flaiban-Pacherini, Giaf, Casera Tartoi und Casera Tragonia aber auch für eine Rundwanderung als Tagesetappen genutzt werden. Gerade für Familien bieten sich als Übernachtungsmöglichkeit das Tree Village in Claut an. Das Dorf wurde quasi in den Bäumen gebaut – so wird Übernachten zum Abenteuer. Für die kleinen Besucher der Friulanischen Dolomiten ist der Dolomiti Adventure Park in Forni di Sopra ein weiteres Highlight. Im Park kann man sich durch Seile, Gehwege, Netze, Sprossen und Seilbahnen von Baum zu Baum schwingen oder mit dem Powerfan von der Spitze eines Baumes 15 Meter in die Tiefe tauchen.Wanderfreunde kommen in dem Gebiet nicht nur aufgrund dessen Schönheit ganz auf ihre Kosten. Der Naturpark ist 36.950 Hektar groß und bietet so eine Vielzahl an Wander- und Spazierrouten für jeden Schwierigkeitsgrad und von verschiedener Dauer. Das Gebiet reicht von der Provinz Pordenone bis zur Provinz Udine, umfasst das Cellinatal, das Tramontinatal und das obere Tagliamentotal in Karnien. Auf Entdeckungsreise durch die Wildnis gibt es einiges zu sehen. So warten auf Tierliebhaber Rehe, Gämsen, Hirsche, Steinböcke und Murmeltiere – sogar Steinadler können gesichtet werden. Die vielfältige Landschaft ist auch aus geologischer sowie landwirtschaftlicher Sicht von großem Interesse. Bei Casavento etwa gibt es versteinerte Dinosaurier-Fußabdrücke zu sehen und aus den reichen Erzeugnissen der Gegend wird in den italienischen Küchen allerlei Feines gezaubert. Für Stärkung nach einem langen Tag in der Natur für die Wanderer ist also reichlich gesorgt.Die friulanische Küche ist reich an gesunden und schmackhaften Gerichten, die zur Gänze aus Zutaten aus der Region hergestellt werden. Die von Generation zu Generation überlieferten Gerichte beinhalten so Schlemmereien wie die Cjarsons, halbsüße Ravioli. Diese werden gefüllt mit Kräutern, Kartoffeln, Rosinen und manchmal mit Schokolade. Nach dem Garen wird diese Spezialität aus Forni di Sopra mit geschmolzener Butter und Zimt serviert. Eine weitere Spezialität der Gemeinde in der Provinz Udine wären außerdem verschiedene Gerichte mit frischen Wildkräutern, oder das Frico mit Polenta. Apropos Wildkräuter: Am 9., 10., 16. und 17. Juni findet in den friaulischen Bergen das Wildkräuterfestival statt mit einem großen Rahmenprogramm für Kinder. Unter den Vorspeisen rund um die Friulanischen Dolomiten finden Wanderer stärkende Gerichte wie Gersten- und Bohnensuppe, die Kartoffel- oder Kürbisgnocchi und Risotto mit Frühlingskräutern oder Pilzen. Um den wahren Geschmack der Region zu kosten, empfiehlt sich ein guter Wein zu jedem Gang. In den sonnenverwöhnten Hügeln der Region reift der eine oder andere gute Tropfen zu vollmundigem Geschmack heran. Die Weine aus dem DOC-Gebiet Friuli Grave, das an die Friauler Dolomiten grenzt, werden von Kennern besonders geschätzt. Eine weitere für die Region typische Köstlichkeit ist die Pitina. Die Wurstspezialität stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und darf ausschließlich im Cellinatal, Colveratal und im Tramontinatal erzeugt werden. Sie wird in zahlreichen Gerichten verarbeitet.Sonntag, 22. Juli: Geotrekking mit den Schwerpunkten Gletscher, Bergkämme und Felstürme. Die Tour führt in die Täler Meluzzo und Casera Val Binon sowie zur Märchenwiese Canpuros.
Dauer: 8 Stunden
Höhenunterschied: 750 Meter
Treffpunkt: 8 Uhr beim Cimolais Besucherzentrum
Freitag, 3. August, Samstag, 4. August, und Sonntag, 5. August: Bei der Tour mit dem E-Bike wird fast der gesamte Park durchquert. An den drei Terminen wird jeweils eine andere Route befahren: von Tramonti di Sopra zum Rifugio Giaf in Forni di Sopra, von der Giaf-Hütte zur Pordenone-Hütte und von der Pordenone Hütte nach Tramonti di Sopra.
Dauer: jeweils 6 Stunden
Entfernung: 35, 70 und 58 Kilometer
Treffpunkt: 10 Uhr beim Besucherzentrum von Tramonti di Sopra
Sonntag, 12. August: Bei dem Geotrekking Ausflug werden die schönsten geologischen Sehenswürdigkeiten der Friulanischen Dolomiten erkundet. Die Tour führt durch die Cellina Schlucht, durch Alba und Molassa.
Dauer: 4 Stunden
Höhenunterschied: 150 Meter
Treffpunkt: 9 Uhr beim Barcis Besucherzentrum
Sonntag, 23. September: Der Radausflug führt auf die Spuren der größten ehemaligen Bewohner der Friulanischen Dolomiten: der Dinosaurier. Durchquert werden dabei Lesis, Casera Casavento und Casera Colciavath.
Dauer: 4 Stunden
Höhenunterschied: 400 Meter
Treffpunkt: 10 Uhr beim Claut Besucherzentrum
Samstag, 29. September: Die Dolomiten in Friaul-Julisch Venetien sind durch die dortigen Naturschönheiten freilich sehr fotogen. Die Fototrekking Tour am 29. September entführt zu den atemberaubendsten Plätzen des Gebirges – jetzt fehlt nur noch das richtige Equipment für hochglanzmagazinreife Fotos. Die Strecke führt zum Ciul-See. Unterwegs kann man Gämsen, Rehe und Raubvögel entdecken.
Dauer: 6 Stunden
Höhenunterschied: 200 Meter
Treffpunkt: 8 Uhr beim Platz vor der Chievolis Kirche
Samstag, 20. Oktober: Auf der Naturexkursion können unter anderem die alten Kastanienbäume im Colvera Tal bewundert werden. Die Route führt zu Poffabro – einem der schönsten Dörfer Italiens, den Frassati Weg entlang, zur Gemeinde Frisanco und zum Frina Tal.
Dauer: 3 Stunden
Höhenunterschied: 300 Meter
Treffpunkt: 16 Uhr beim Poffabro Besucherzentrum
Sonntag, 21. Oktober: Diese Tour ist vor allem für historisch Interessierte und Naturliebhaber spannend. Sie führt durch die goldenen Herbstwälder der Friulanischen Dolomiten über einen Rundweg zur Burg Pra’ di Got in Forni di Sotto.
Dauer: 4 Stunden
Höhenunterschied: 300 Meter
Treffpunkt: 9 Uhr beim Besucherzentrum von Forni di
Sotto
Der komplette Kalender mit allen Veranstaltungen unter:
www.parcodolomitifriulane.it