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Wenn Stein Geschichte erzählt

Die Karnischen Alpen bloß als Berge abzutun, wäre ein Fehler. In dem Geopark treffen bizarre Steinformationen, unberührte Natur und geologische Geschichte aufeinander.

Der Geopark lässt sich sowohl in individuellen Wandertouren erkunden, als auch in einer der verschiedenen Führungen oder in den Museen in Ampezzo und Preone
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Der Geopark lässt sich sowohl in individuellen Wandertouren erkunden, als auch in einer der verschiedenen Führungen oder in den Museen in Ampezzo und Preone

Zerklüftete Berge, grüne Täler und einsame Plätze, an denen noch unberührte Natur zu finden ist. Die Karnischen Alpen bieten ihren Besuchern ein Erlebnis von abwechslungsreichen Landschaften und geologischer Geschichte. Immerhin entstand das Gebiet über einen Zeitraum von 450 Millionen Jahren.

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Der Geopark beinhaltet auch einige fossilreiche Stätten, deren Bodenschätze noch von einer Welt lange vor unserer Zeit zeugen. Die hohe Warte, der Lanzen Pass und das Nassfeld zählen zu den wichtigsten fossilen Fundorten weltweit. Während die Karnische Kette zweifellos der Kern des Geoparks ist, gibt es in den umliegenden Tälern zahlreiche Gebiete und Stätten, die mit faszinierenden Felsformationen, Fossilienfunden und verzweigten Höhlen aufwarten. Bei einem Wanderurlaub gibt es also sowohl für sportliche Könner, als auch für blutige Anfänger auf den vielen unterschiedlichen Wander- und Spazierrouten viel zu entdecken.

In den letzten Jahren haben Geoparks bei Wander- und Naturbegeisterten immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Derzeit listet das Europäische Geopark Netzwerk 69 solcher Parks in 23 verschiedenen Ländern, die durch ihre wissenschaftliche Qualität, Seltenheit, Ästhetik oder ihren erzieherischen Wert von besonderer Bedeutung sind. Diese Territorien werden auch von UNESCO anerkannt.

Auch der Geopark der Karnischen Alpen ist Mitglied des Europäischen Geopark Netzwerks. In diesem befinden sich über 130 Orte von geologischer Bedeutung – fünf davon sind auch von internationalem Interesse. Das Gebiet wird in einer italienischen und österreichischen Zusammenarbeit betreut. Eines der Ergebnisse aus der Zusammenarbeit sind verschiedene Routen zu geologisch interessanten Orten, die auf den Wegen des italienischen und des österreichischen Alpenvereins beruhen.

Um die Schönheit der fast gänzlich naturbelassenen Alpenlandschaft nicht zu mindern, wurde für die Wanderwege großteils auf Beschilderungen und andere Aufbauten verzichtet. Die Routen können stattdessen aufs Smartphone oder aufs Tablet heruntergeladen werden. Wer nicht nur an der schönen Landschaft interessiert ist, sondern auch tiefer in die geologische Geschichte des Gebiets eintauchen möchte, der kann an den geführten Exkursionen teilnehmen. Auf diese Weise kann das Gebiet gemeinsam mit Experten aus einem anderen Blickwinkel heraus kennengelernt werden. Auch kulturell wird die Entstehung des Gebirges aufgearbeitet. Über das Jahr verteilt finden verschiedene Veranstaltungen mit Kunst, Wort, Kino oder spielerischen Herangehensweisen an das Thema statt.

Karnische Alpen indoor erleben

Die speziellen Wanderungen durch die Karnischen Alpen tragen auch den Titel Geotrails. Die Routen zu verschiedenen Marschzeiten und unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führen zu vielfältigen Plätzen, die durch ihre ungewöhnlichen landschaftlichen Gegebenheiten bestechen.

Durch die Suchfilter kann man unter der Geopark-Website die ideale Route für die eigenen Bedürfnisse finden. Von ausgedehnten Wanderungen über anspruchsvolle, wenn auch nie alpine Pfade bis hin zu gemütlichen Spaziergängen durch die saftigen grünen Täler ist alles möglich. Die angegebenen Touren umfassen nicht nur die Wanderroute, sondern auch umfangreiche Details zu einzelnen Haltepunkten, bei denen geologische Besonderheiten zu finden sind, und Empfehlungen für die passende Ausrüstung. Auch Tipps für die perfekte Jahreszeit, um die Exkursion bestmöglich genießen zu können, werden gegeben.
Auf Wanderbegeisterte warten schma­le Pfade, Gebirgsseen und farbenprächtiges Gestein.Rund ums Jahr findet eine Vielzahl an Events statt, die die Geschichte der Alpen informativ aufbereiten.

Sonderausstellung. Am 9. Juni findet die Eröffnung der Sonderausstellung „Die Riffen der Karnischen Alpen" im Palazzo Frisacco in Tolmezzo statt. Diese widmet sich den devonischen Riffen – eine spezielle Gebirgsformation, die durch das erhöhte Aufkommen von verschiedenen Fossilien im Gestein besonders interessant ist.

Geologie Open Air. Am 22. Juli findet in Illegio die Abendveranstaltung „Geologie unter den Sternen" statt. Interessierten wird bei lauer Sommerabendluft Geologie und Astronomie auf unterhaltsame Weise nähergebracht.

Museen und Besucherzentren. Ab dem 3. Mai eröffnet das Besucherzentrum in Dellach wieder seine Pforten. Das Zentrum ist der zentrale Punkt des Geoparks Karnische Alpen auf der österreichischen Seite. In diesem kann 500 Millionen Jahre alte Erdgeschichte mit Hilfe von Fossilien, Gesteinen, interaktiven Animationen und Filmen erlebt werden.

Ab Juni sind auch das Karnische Museum für Geologie in Ampezzo, das Besucherzentrum in Laghetti von Timau, das Naturmuseum in Preone, die paläontologische Ausstellung in Arta und der Palazzo Veneziano in Malborghetto wieder geöffnet.

GeoTrac

Das Projekt GeoTrAC wurde im Rahmen des europäischen Programms für territoriale Zusammenarbeit ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist die nachhaltige Entwicklung des Gebiets und die Schaffung eines Bewusstseins für den Wert des Parks. Erreicht werden sollen diese Ziele zum Beispiel durch Feldforschung, Aufwertung der Besucherzentren, die Organisation von Veranstaltungen und Exkursionen sowie die grenzüberschreitenden geologischen Pfade – die Geotrails. Die Partner des Projektes sind unter anderem das Friaulische Museum für Naturkunde in Udine, der Gebirgsverband Karnische Alpen und der Geopark Karnische Alpen.

Informationen: 
www.geoparcoalpicarniche.org, info@geoparcoalpicarniche.org, Tel. (04718) 301 17