Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Der schäbigste #MeToo-Satz

Wie Skilegende Annemarie Moser-Pröll Missbrauch im ÖSV verharmlost.

Julia Schafferhofer

Die Liste wächst täglich. Von Harvey Weinstein bis zu Peter Pilz. Vom schwedischen Außenministerium bis zur „Wiener Zeitung“. Frauen erheben in der #MeToo-Debatte ihre Stimme gegen sexuelle Belästigung und Übergriffe: lautstark, unbeirrbar, mutig.

Nun hat diese auch den Österreichischen Skiverband (ÖSV) erreicht. Ex-Rennläuferin Nicola Werdenigg (Spieß) und eine Kollegin packten über die 1970er aus: „Wir waren Freiwild.“ Auch Skilegende Annemarie Moser-Pröll meldete sich auf Servus TV zu Wort. Sie sagte neben dem unpassenden Gleichmachen von Panscherl und Missbrauch auch diesen Satz: „Da gehören immer zwei dazu.“ Ja: ein Täter, der Vergewaltiger, und ein Opfer, die Vergewaltigte. Dieser Satz in Bezug auf körperliche Übergriffe ist schäbig und gefährlich. Er legitimiert Gewalttaten, verharmlost sie und macht die Opfer zu Mittäterinnen und Mittätern.

Und dann wundert sich noch wer, warum so viele Opfer so lange und manchmal auch für immer schweigen?

Uma Thurman: "Eine Kugel wäre zu gut für dich"