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Chronik

wo Fußgänger zur Randgruppe werden

Die Kleine Zeitung hat exemplarisch sechs Stellen in Graz zusammengetragen, an denen Handlungsbedarf besteht: zu gefährlich, zu eng oder unnötig unbequem.

vor 9 Jahren17. November 2017 um 21:07
Graz-UmgebungGraz
Komplett an die Hauswand gedrängt werden Fußgänger in der Münzgrabenstraße auf Höhe Brucknerstraße. Zwar wird der Gehsteig durch ein Geländer von der Straße getrennt, wirklich sicher ist es dort trotzdem nicht, Fußgänger-Gegenverkehr ist praktisch unmöglich, kurz: Die Situation ist alles andere als fußgängerfreundlich. Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) hat in diesem Fall schon reagiert und für 2018 Umbaumaßnahmen angekündigt. Die Gehsteige sollen im gesamten Abschnitt deutlich breiter werden.
Kritiker sehen darin eine Grazer Unsitte: Dass sich Radfahrer und Fußgänger zu oft den wenigen Straßenraum teilen müssen, den die Autofahrer übrig lassen. Besonders problematisch ist es entlang der Mur, etwa auf Höhe Kastner & Öhler. Der gut zwei Meter breite Abschnitt ist als Hauptradroute ausgewiesen, entsprechend flott sind Radfahrer unterwegs. Gleichzeitig ist die Fußgängerfrequenz enorm hoch – Konflikte sind vorprogrammiert.
Speziell in den Morgenstunden spielt es sich am Beginn der Münzgrabenstraße beim Dietrichsteinplatz ab. Viele Kinder der nahen Volksschule eilen dort den engen Gehsteig entlang. Entgegenkommende müssen auf die Straße ausweichen. Dabei wäre auf der Straße trotz Straßenbahn noch Platz.
An der Kreuzung Brockmann-/Kastellfeldgasse stolpern immer wieder Fußgänger über die hohen Gehsteigkanten. Obwohl dort Tempo 30 gilt und die Zone damit verkehrsberuhigt ist, ist die Stelle nicht fußgängerfreundlich gestaltet. Denn auch dort, wo es vom Gehsteig auf den Zebrastreifen geht, sind die Kanten nicht abgeschrägt. Für Fußgänger unbequem, für Leute mit Kinderwagen lästig und für Rollstuhlfahrer eine unnötig hohe Hürde.
Der Auto- und Busverkehr in der Rösselmühlgasse rauscht nur so vorbei. Was dabei oft untergeht: Auch sehr viele Fußgänger sind dort unterwegs. Mangels Querungsmöglichkeit suchen viele von ihnen die gefährliche Lücke im fließenden Verkehr, um von der einen auf die andere Seite zu kommen.
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