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Chronik

Kärntens gruseligste Orte

Fürchten kann man sich auch ohne Halloween. Viele Kärntner Sagen und Spuren in der Gegenwart, deren Hintergründe bis heute nicht geklärt werden konnten, sind spannend genug.

vor 9 Jahren10. Jänner 2018 um 17:30
WolfsbergLeute & Stars
HermagorSpittal an der Drau
Wie groß ist der Teufel? Eine Antwort darauf könnte ein Felsen geben, der direkt neben der Straße von Reichenfels im Lavanttal in die Sommerau liegt. Im Volksmund wird er „Predigtstuhl des Teufels“ genannt. Seine Form erinnert an einen riesigen Sitz, die Lehne ist fast vier Meter hoch. Der Sage nach wurde der Felsen vom Teufel Richtung Reichenfels geworfen, als die Menschen der Ortschaft zum Glauben fanden.
Eine Seite der „Predigtstuhls“ zieren mysteriöse und bis heute nicht entschlüsselte Symbole. Man hält sie für Walenzeichen – einen Code, mit dem sich im Mittelalter Erzsucher aus dem Süden verständigt haben. Walen (oder auch Venediger) nannte man sie wegen ihrer Herkunft.
Für diese Theorie spricht, dass die Sommerau ein Bergbaugebiet war. Schon um das Jahr 1000 wurde hier nach Gold geschürft. Fotos aus "Gold in Österreich - Eine Schatzsuche". Das Buch ist im Styria-Verlag erschienen.
Den Millstätter Seerücken zwischen dem See und dem Drautal nennt man im Volksmund Fratres. Die Bezeichnung soll an die Brüder des frühmittelalterlichen Klosters in Molzbichl erinnern. Weniger andächtig könnte es rund um den sogenannten Kreuzstein am Fratres zugegangen sein: dem Felsen, in den Zeichen und Jahreszahlen (die älteste 1653 und die jüngste 1792) eingemeißelt sind, werden unterschiedlichste Funktionen zugeschrieben – auch blutige. Tieropfer könnten hier dargebracht worden sein, heißt es. Später, so eine andere Legende, soll der Kreuzstein als „Unterlage“ für Enthauptungen mutmaßlicher Hexen gedient haben. Forscher haben Theorien, die nicht ganz so spektakulär sind: Möglicherweise handelt es sich nur um einen Grenzstein, dessen Mulden der Pechgewinnung gedient haben. Beweise fehlen aber.
Der Alltag im Schloss Porcia in Spittal/Drau ist der beste Beweis dafür, dass es in diesen Mauern spukt. Immer wieder schauen selbst ernannte Geisterjäger aus aller Welt vorbei, um – meist gut ausgeleuchtet vor laufenden Fernsehkameras – Licht ins Dunkel zu bringen. Das Gespenst haben sie nicht vertrieben. Im Gegenteil. Im Schloss, das unter anderem das Museum für Volkskultur beherbergt, hört man in der Nacht weiterhin Schritte, obwohl eigentlich niemand mehr im Gebäude sein dürfte. Wer durch das Renaissanceschloss geistert, scheint klar zu sein: die sagenumwobene Katharina von Salamanca. Sie soll hier um 1600 gar grausam geherrscht haben. Ihr Gold ließ sie einmauern und alle, die davon wussten, umbringen. Bis heute hat den Schatz, den der Geist der Gräfin zu bewachen scheint, allerdings niemand gefunden.
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