Mit Psychotherapie raus aus der Krise
In welchen Situationen hilft eine Psychotherapie und was ist das überhaupt? Hier finden Sie Infos zu diesen oft brennenden Fragen

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Was führt die Menschen in die Psychotherapie? „Mehrfachbelastungen wie Stress, Mobbing, Beziehungsschwierigkeiten, Vereinsamung, Ausgrenzung, Isolation, Gewalt- und Missbrauchserfahrungen können zu tiefgreifenden psychischen und in weiterer Folge auch zu psychosomatischen Erkrankungen führen. Sehr oft gelingt es den Menschen nicht mehr, den Alltag ohne professionelle Hilfe zu bewältigen, und sie benötigen eine Psychotherapie“, heißt es im neuen Informationsfolder des Kärntner Landesverbandes für Psychotherapie (KLP). Hier findet sich auch eine Definition des Berufs: „Psychotherapie ist ein ziel- und veränderungsorientiertes Heilverfahren bei seelischen Leidenszuständen. Im Mittelpunkt steht die therapeutische Beziehung: einfühlendes Verstehen, emotionale Annahme und Stütze durch die Psychotherapeutin bzw. den Psychotherapeuten.“
Das Berufsbild des Psychotherapeuten ist in Österreich seit 1990 ein eigenständiger, freier und wissenschaftlicher Heilberuf. Psychotherapeuten behandeln Menschen in seelischen Konflikt- und Krisensituationen, bei Beschwerden und psychischen Leidenszuständen. Die psychotherapeutische Ausbildung dauert insgesamt etwa sieben Jahre und ist im Psychotherapiegesetz geregelt. Gesetzlich anerkannte PsychotherapeutInnen haben nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung (z. B. als Arzt, Psychologe, Sozialarbeiter) eine langjährige theoretische und praktische psychotherapeutische Ausbildung absolviert.
Die Probleme, bei denen eine Psychotherapie zu empfehlen ist, sind Ängste, Mobbing, sozialer Rückzug, Depression, Suizidgedanken, Schlafstörungen, Einnässen Essstörungen, Zwänge und Tics, selbstverletzendes Verhalten und Psychosen. Im Rahmen einer Therapie geht der Therapeut einfühlsam und reflektierend auf die Innenwelt des Klienten bzw. der Klientin ein. Es stehen 23 verschiedene, anerkannte Therapiemethoden zur Verfügung, wobei nicht jeder Therapeut jede anwendet.
In der Psychotherapie geht es um die Behandlung der Seele bzw. seelischer Probleme mit „seelischen“ Mitteln, im Gegensatz zur medikamentösen Behandlung der Psychiatrie. Psychotherapie findet in Form von Einzel-, Paar-, Familien- oder Gruppensitzungen statt.
Der Kärntner Landesverband für Psychotherapie hat eine Informationsstelle eingerichtet, wo Sie kostenlos und unbürokratisch, telefonische oder persönliche Auskunft zu allen Fragen über Psychotherapie erhalten.
Birgit Al Bailey,
Tel. (0463) 50 07 56,
office@klp.at,
www.klp.at
Auf einen Blick
Wie erhalten Sie den Kostenzuschuss durch die Krankenkasse?
Wenn Sie für Ihre Psychotherapie bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten einen Kostenzuschuss von Ihrer Krankenkasse erhalten wollen, ist es nötig, dass Sie zwischen der 1. und 2. Stunde eine ärztliche Bestätigung einer Untersuchung (keine Überweisung) einholen. Das dafür notwendige Formular erhalten Sie bei dem Psychotherapeuten oder beim Arzt (bzw. bei Fachärzten).
Honorarvereinbarung.
Eine Therapieeinheit dauert im Regelfall 50 Minuten und kostet je nach individueller Vereinbarung.
Therapierahmen.
Die Dauer und die Frequenz der psychotherapeutischen Behandlung werden zu Beginn der Therapie individuell je nach Bedarf vereinbart.
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.
Ihr Ziel ist es, die emotionale und soziale Entwicklung des Kindes bzw. des Jugendlichen zu fördern und seine Beziehung zu sich und zu anderen zu verbessern. Psychotherapeuten diagnostizieren und behandeln psychische und psychosomatische Störungen mit Krankheitswert bei Kindern und Jugendlichen mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren.