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Ihre Botschaft ist der Genuss

So schmeckt Heimat! Kärntner Seminarbäuerinnen ist das Wissen um bäuerliche Lebensmittel eine Herzensangelegenheit.

„Keksbackkurse  erfreuen sich immer größerer Beliebtheit“, sagt Obfrau Sylvia Schilcher
© KLZ/Weichselbraun
„Keksbackkurse erfreuen sich immer größerer Beliebtheit“, sagt Obfrau Sylvia Schilcher
Andrea Steiner

Als vor knapp 20 Jahren die Arbeitsgemeinschaft der Seminarbäuerinnen in Kärnten gegründet wurde, waren die Ziele klar vorgegeben: Sie sollen die Vorteile heimischer Lebensmittel aufzeigen, die Grundsätze einer gesunden vollwertigen Ernährung vermitteln, zum Kauf saisonaler und regionaler Lebensmittel animieren sowie Konsumenten die Verarbeitung und Zubereitung heimischer Lebensmittel näher bringen. Was damals als „Imagepflege für die heimische Landwirtschaft“ begann, hat sich inzwischen zu einer „Institution mit Genuss“ entwickelt.

„35 aktive Seminarbäuerinnen halten in einem Jahr in Kärnten rund 130 Kurse ab“, erzählt Manuela Pichler, Projektleiterin der ARGE Seminarbäuerinnen. „In erster Linie wollen wir Bewusstsein für heimische Lebensmittel schaffen, daher haben wir uns das Genussland Kärnten, die Gebietskrankenkasse und das Gesundheitsland Kärnten als Kooperationspartner ausgesucht“, sagt Obfrau Sylvia Schilcher. Die Seminarbäuerinnen, die Kurse für Kochen und gesunde Ernährung anbieten, geben ihre Sachkenntnis auch auf Messen, bei Gesundheitstagen, Vorträgen und in Workshops weiter.

Hintergrund

Seminarbäuerinnen. Die Kammer für Land- und Forstwirtschaft bildet aktive Bäuerinnen zu sogenannten Seminarbäuerinnen aus. 1998 wurde die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) gegründet, im kommenden Jahr wird der 20. Geburtstag gefeiert.
Aufgaben. Zu den Einsatzbereichen der Seminarbäuerinnen zählen praktische Kurse für Kochen und gesunde Ernährung, Werken mit Naturmaterialien und das Wissen um den Hausgarten. Sie bieten  Informationsveranstaltungen in Schulen an und sind auf Messen, Gesundheitstagen und Workshops präsent, um Bewusstsein für heimische Lebensmittel zu schaffen. Projektleiterin ist Manuela Pichler, Obfrau Sylvia Schilcher.

Das Wissen um die Produktion heimischer Lebensmittel ist großteils verloren gegangen, der Bezug zur Landwirtschaft fehlt. Aber nur wer weiß, welcher Aufwand hinter der Produktion hochwertiger Lebensmittel steckt, kann diese auch wertschätzen. „Das verklärte Bild über die Lebensmittelproduktion, das uns allzu oft vermittelt wird, hat mit der Realität nichts gemeinsam. Hier wollen wir ansetzen und die Wertigkeit von Produkten, die von heimischen Landwirten erzeugt werden, wieder ins Bewusstsein rufen“, sagt Sylvia Schilcher.

Schnelle Weckerl aus Dinkelmehl

Für alle, die gerne ihr Gebäck selber in den Ofen schieben, hat Seminarbäuerin Sylvia Schilcher ein Rezept für Dinkelvollkornweckerl parat.
Zutaten. 1 kg Dinkelvollkornmehl, 1 EL Salz, ca. 3/4 Liter warmes Wasser, 1 Pkg. Frischgerm (oder 2 Pkg. Trockengerm), 4 EL Apfelessig, 2 EL Sonnenblumenkerne, 2 EL Sesam, 2 EL Leinsamen, 1 TL Kümmel sowie Samen zum Bestreuen.
Zubereitung. Mehl mit Salz, Apfelessig und Samen mischen, Frischgerm in etwas Wasser auflösen, dazugeben und alles gut vermischen, damit ein glatter Teig entsteht. Diesen etwas gehen lassen, dann mit einem Eisportionierer oder einem Esslöffel kleine Weckerl auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech formen und mit Samen bestreuen. Diese noch einmal kurz gehen lassen, dann bei 200 Grad Heißluft ca. 20 Minuten backen. Abgekühlte Weckerl lassen sich gut einfrieren.
Kurstipp. Die Seminarbäuerinnen bieten Kurse zum Thema „Weckerl und Kleingebäck“.

Am Besten gelingt dies mit Koch- und Backkursen, die die Seminarbäuerinnen von Mitte Oktober bis Ende März landauf, landab anbieten. „Das ist die Zeit, in der wir uns von der Arbeit am Hof am leichtesten freispielen können. Wir sind ja alle Landwirtinnen oder Hofübernehmerinnen, die voll im Betrieb stehen“, erklärt Schilcher, deren Anliegen es ist, dass das Kursangebot immer mit der Zeit geht. So gibt es heuer erstmals einen Fingerfood-Kurs. Klassiker wie Keksebacken, Gemüseherbst und Apfelgerichte, Mehlspeisküche oder Krapfenbacken dürfen aber nie im Angebot fehlen.

Keksbackkurse

Was wären die Wochen vor Weihnachten ohne das Backen von Keksen? Ohne den Geschmack himmlischer Vanillekipferln, mürber Eisenbahner oder süßer Zwickerbussis? Alles – nur keine besinnliche Adventzeit. Die Seminarbäuerinnen haben eine Marktlücke entdeckt, die sich von Beginn an zu einem beliebten Kursangebot entwickelt hat. Sie bieten in der Zeit vor Weihnachten Keksbackkurse an: Unter dem Motto „Wir füllen unsere Keksdose“ können die Teilnehmerinnen innerhalb kurzer Zeit verschiedene Kekse backen, die sie nach getaner Arbeit mit nach Hause nehmen können. „Wir backen solche Sorten, die nicht so üblich sind. Vanillekipferl, Kokosbusserl und Ischlertörtchen bäckt eh jede selber“, erzählt Obfrau Sylvia Schilcher. Beim Keksbackkurs tun sich jeweils zwei Teilnehmerinnen zusammen und backen an einem Nachmittag oder Abend zwei bis drei Sorten. Insgesamt entstehen so zehn bis zwölf Sorten Kekse, die aufgeteilt und mit nach Hause genommen werden. „Diese Kurse sind vor allem bei berufstätigen Frauen beliebt, aber auch geübte Bäckerinnen, die immer auf der Suche nach neuen Rezepten sind, zählen zu unseren langjährigen Stammkundinnen“, freut sich Sylvia Schilcher.
Kurstipps. „Lebkuchenallerlei“, 38 Euro, 21. November 2017, LFS Drauhofen. „Wir füllen unsere Keksdose“, 49 Euro, 15. November (LFS Ehrental), 16. November (LFS Stiegerhof) 17. November (HLW Spittal). Viele weitere Termine sowie alle Infos unter www.seminarbaeuerinnen.at