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Wo der Ton noch die Musik macht

Genauso wie vor 50 Jahren werden in Sebersdorf bei Hartberg Ziehharmonikas liebevoll und individuell von Hand gefertigt. Sogar alten Wiener Schrammeln haucht Herfried Zernig wieder Leben ein.

Harmonikabauer Herfried Zernig in seinem Element: Er stimmt die Stimmplatten mit Hilfe eines selbstgebauten Stimmtisches
© Mirella Kuchling
Harmonikabauer Herfried Zernig in seinem Element: Er stimmt die Stimmplatten mit Hilfe eines selbstgebauten Stimmtisches
Mirella Kuchling

Erika Zernig ist nach eigenen Worten durch ihre Heirat „ins Harmonikamachen hineingeraten“. Ihr Ehemann Herfried hingegen lebt seine Berufung seit jeher. Der gebürtige Kärntner, der aus einer musikbegeisterten Familie stammt, erzählt: „30 Kilometer von meinem Heimatort entfernt hatte der legendäre Harmonikabauer Josef Fleiß seine Werkstatt. Ich war einer von nur drei Lehrlingen, die er ausgebildet hat.“ Es war eine intensive Zeit, denn beinahe alle Bestandteile der Instrumente wurden von Hand gefertigt. So kam Herfried Zernig mit Metall, Holz, Papier, Textilien und Leder in Berührung. Nach der Meisterprüfung baute er für die Firma Lang „Steirerland“-Harmonikas, bis er 1985 schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit tat.

Ein gutes Gehör ist ein Muss, wer selbst musiziert ist eindeutig im Vorteil
© Mirella Kuchling
Ein gutes Gehör ist ein Muss, wer selbst musiziert ist eindeutig im Vorteil

Kunst erleben

Raritäten. Nach wie vor stellt Herfried Zernig fast alle Teile seiner ungefähr 20 Harmonikas, die jährlich über den Ladentisch wandern, in Eigenproduktion her, auch das Gerät zum Stimmen hat er selbst gebaut. Dass der Harmonikabauer damit für jeden Kunden den richtigen Ton trifft, versteht sich von selbst: Er setzt sich an sein selbstgebautes Gerät und feilt, bis das Instrument die gewünschte Klangfarbe hat, von laut bis sanft. Neben einem ausgezeichneten Gehör ist der Kärntner auch ein Profi auf der Harmonika, stets hat er sein eigenes Instrument in Reichweite stehen. Traditionelle Volksmusik wird übrigends besonders gern auf „Zernig“-Harmonikas gespielt, weil diese den passenden Ton genau treffen, aber auch Instrumente für die Schule, fürs Studium und sogar Schrammeln verfertigt der in Sebersdorf nahe Hartberg ansässige Meister. Letztere sind vor einiger Zeit wieder in Mode gekommen, aber kaum jemand kann sie heutzutage noch reparieren. Zernig zögerte nicht, als der bekannte Schrammelvirtuose Walther Soyka ihn vor Jahren bat, ein altes Musikinstrument zu retten. Der Harmonikabauer zerlegte die Schrammel, studierte sie und verlieh ihr nicht nur wieder eine Stimme, sondern begann auch selbst weitere nach historischem Muster zu bauen. An die fünf Stück sind es jährlich, die ihre Liebhaber finden.
Musiktouristen. Dass sich das Thermenland zur Tourismusregion gemausert hat, freut auch Herfried Zernig. Denn zum Wein gehört natürlich gute Musik. Seine langjährigen Kunden ordern zwar meist telefonisch, trotzdem kommen viele gern ins Hartbergerland und zu ihm ins Haus, einfach um einmal die Werkstatt von innen zu sehen und sich erklären zu lassen, was ihre geliebte Harmonika im Innersten zusammenhält. „Unsere Kunden sind von Vorarlberg bis ins Burgenland, also aus ganz Österreich.“ Auch viele Bayern haben ihre Liebe zur „Zernig“-Harmonika entdeckt. Zum Service gehört natürlich, dass sich der Meister ausreichend Zeit für ein Gespräch nimmt, danach werden 60 bis 90 Stunden Arbeitszeit investiert. Bei einem kunstvollen Holzkorpus macht sich noch der Schnitzer für ungefähr 40 Stunden ans Werk. Was da entsteht, ist echte Handarbeit, die gut klingt und formschön ist. Für all jene, die steirisches Kunsthandwerk schätzen und auch benützen, denn wenn man weiß, was man in Händen hält, ist vom ersten Ton an für beste Stimmung gesorgt.Herzensanliegen des Landesin-nungsmeisters Rupert Hofer: Ob zum Schulbeginn oder Richtung Weihnachten vorausdenkend, nutzen Sie die Kunst eines Uhrmachers, einer Goldschmiedin, eines Musikinstrumentenerzeugers, einer Buchbinderin oder die Kreativität eines Erzeugers kunsthandwerklicher Gegenstände – alle unsere Mitglieder bieten Ihnen bestes persönliches Service, fachkundige Beratung und helfen Ihnen, Ihre Wünsche und Träume umzusetzen.

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Understatement | Wertvolle Metalle, stets in Kombination mit Edelsteinen, verarbeitet die gelernte Goldschmiedemeisterin Andrea Reiner. Es ist ihr ein Anliegen, Ästhetik und Luxus mit stilvollem Understatement zu kombinieren, um den Wünschen ihrer Kundschaft bestmöglich begegnen zu können. Reiners Unternehmen in Rohrbach an der Lafnitz besteht seit 2013 und verfertigt Unikate.
Understatement|Wertvolle Metalle, stets in Kombination mit Edelsteinen, verarbeitet die gelernte Goldschmiedemeisterin Andrea Reiner. Es ist ihr ein Anliegen, Ästhetik und Luxus mit stilvollem Understatement zu kombinieren, um den Wünschen ihrer Kundschaft bestmöglich begegnen zu können. Reiners Unternehmen in Rohrbach an der Lafnitz besteht seit 2013 und verfertigt Unikate. © KK

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