„Gott sei Dank gibt’s euch noch!“
Ein Mann fürs Feine und berufsgemäß äußerst taktvoll ist Heinz Michalka, der als die eine Hälfte des Liezener Traditionsunternehmens Juwelen Binder alten und neuen Uhren zu Präzision verhilft.



Kunst erleben
Als Franz Binder sein Geschäft mit der für heutige Begriffe romantisch anmutenden Bezeichnung „Franz Binder – Uhren-, Gold- und Silberwaren“ im Jahre 1919 gründete, konnte er nicht ahnen, dass dieses auch knapp 100 Jahre später noch blüht und gedeiht. In seinem „Gemischtwarenladen“, wie ihn Enkelin Elisabeth, die heute den kaufmännischen Teil des Geschäftes verwaltet, scherzhaft nennt, wurden nicht nur alte Uhren wieder in Gang gebracht und neue verkauft, auch Schmuck wurde anno dazumal angeboten – ganz so wie heute. Wobei sich das Sortiment in jede Richtung erweitert hat, so ist das umfangreiche Segment der Sportuhren nicht mehr wegzudenken. Für die bekannte finnischen Marke Suunto hat sich Uhrmachermeister Heinz Michalka zum Experten gemausert, einer unter wenigen, wohlgemerkt. So ist es nicht verwunderlich, dass ihm Stücke aus ganz Österreich, aus Deutschland und anderswo gebracht oder geschickt werden. Auch als Sponsor hat die Familie Michalka bereits von sich reden gemacht. So förderten sie Ausnahmetalente wie den Radsportler Wolfgang Krenn oder den Extrembergsteiger Gerfried Göschl.
Der Uhrendoktor. Um gleich mit einem Irrtum aufzuräumen: Elisabeth und Heinz Michalka sind kein Ehepaar, sondern Geschwister, und der Bruder ist auch kein „Herr Doktor“, wie er des öfteren angesprochen wird, weil er einen weißen Mantel trägt. Im Fall einer ernsthaften Erkrankung ist daher unbedingt zu empfehlen, sich an einen Facharzt zu wenden, wenn allerdings eine Uhr nicht mehr tickt wie sie sollte, ist Heinz Michalka genau der richtige Mann für diese Aufgabe. Für ihn war es übrigens keine Frage, das Handwerk seiner Vorfahren zu erlernen, er hat es einfach getan und nie bereut. Nach Ablegung der Meisterprüfung übernahm er im Jahr 2000 gemeinsam mit seiner Schwester Elisabeth, einer gelernten Einzelhandelskauffrau und Gemmologin, das Geschäft von der Mutter. Eine Halbtagskraft namens Ingrid und Geselle Christian vervollständigt die Belegschaft des ungefähr 100 Quadratmeter großen Geschäftes.
Alteingesessen. Für die Menschen von Liezen ist Juwelen Binder ein Gewinn, bekanntlich geht man ja immer gerne dorthin, wo man einander kennt und einander vertraut. Wenn Heinz Michalka dann auch noch ein Prunkstück retten kann, das anderswo als hoffnungsloser Fall betrachtet wurde, wächst die Freude auf ein Wiedersehen. Häufig fragen Kunden: „Müssen Sie das einschicken?“, was den Uhrmachermeister zum Schmunzeln bringt, denn er liebt die Herausforderung und dass sein Handwerk eben nicht nach Schema F abläuft. Was aber macht nun einen guten Uhrmacher, abgesehen von der Ausbildung, aus? Die Geschwister sind sich einig: Geduld, eine ruhige Hand, technisches Verständnis, Improvisationsgabe und dass man „halbwegs gut sehen kann“, wie der Meister zwinkernd betont. Und natürlich die Liebe zum Handwerk, die beiden in die Wiege gelegt wurde. So wie offenbar auch Elisabeth Michalkas Sohn Martin, der bereits nach einer Schnupperwoche mit dem „Uhrmachervirus“ infiziert worden sein dürfte.Geheimtipp des Landesinnungsmeisters Rupert Hofer: Von September bis Anfang Oktober locken gleich zwei Märkte, nämlich Kunst, Design & Handwerk auf der Burg Rabenstein bei Frohnleiten und der 20. ARTmarkt in Stainz
Termin: Von 30. September bis 1. Oktober, von 10 bis 18 Uhr (Burg Rabenstein) bzw. von 23. bis 24. September, von 10 bis 18 Uhr (Stainz).
Kunsthandwerke Steiermark:
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