Wirte, mitten im Paradies
Beim Poppmeier im Gasthof Traube in St. Paul setzt man auf die guten Produkte des Lavanttals.

Wenn die Triestiner Köchin Ami Scabar und Krimiautor Veit Heinichen beim Kammerhof in St. Andrä Spargel besorgen, ist ein Besuch beim Poppmeier (Gasthaus Traube) in St. Paul fix eingeplant. „Ich muss ihnen immer ein Wiener Schnitzel herausbacken“, sagt der passionierte Koch und betont, dass das eine Ausnahme sei. Denn die Poppmeiers setzen seit vielen Jahren auf regionale Gerichte, wie Lavanttaler Mostknödel, Mostbratl, Topfenreinkalan und vor allem auf heimische Produkte.
Davon kann er nicht genug kriegen. Er hat aber auch das Glück, aus dem Vollen zu schöpfen. Poppmeier ist stolz darauf, sortenreine Apfelweine von den Mostbarkeiten ausschenken zu können. In den bauchigen Gläsern schimmert dann strohgelb Apfelwein der Sorten Lavanttaler Banane oder Kronprinz Rudolf.
Rezept: Reinkalan mit Honigbutter
500 g Topfen, 8 g Salz, Muskat, 30 g weiche Butter, 100 g Sauerrahm, 50 g Gries, 200 bis 250 g Mehl.
Alle Zutaten vermengen und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Den Teig eine halbe Stunde rasten lassen. Danach kleine Bällchen formen und flach drücken.
In einer Pfanne eine Butter-Ölmischung heiß werden lassen und die Topfenreinkalan darin beidseitig anbraten und auf kleiner Flamme fertig braten. Man kann sie mit Honigbutter oder pikant mit Salat und als Beilage servieren. Sie lassen sich auch gut einfrieren.
„Wir brüten mit Margit Holzer gerade über einer Pilzzucht“, ist er ständig bemüht, seinen Gästen neue Geschmackserlebnisse zu bieten. Mit Holzer hat er eine kongeniale Partnerin. Sie hat vor einigen Jahren begonnen, Knoblauch anzubauen – quasi als Antwort auf Knoblauchknollen aus China. „Schmeckt herrlich süßlich. Wenn er frisch ist, grillen wir ihn als Beilage“, freut sich der kreative Küchenchef über die kulinarische Bereicherung. Eine verlässliche Lieferantin für zarte Lämmer ist auch die Nachbarin, Hildegard Briefer, Ärztin in Pension. Das Lammragout zergeht auf der Zunge. Viele Gäste warten im Spätsommer schon sehnsüchtig auf die mürben, kleinen Kärntner Artischocken vom Kammerhof, die nur mit gutem Olivenöl und Zitrone mariniert sind, um den Eigengeschmack sprechen zu lassen.
Seine verlässlichsten Lavendellieferanten sind aber die Insassen des Seniorenheims in St. Paul. Die betagten Leutchen ernten mit Begeisterung den Lavendel rund ums Haus und rebeln ihn akribisch vom Stängel. Poppmeier bewahrt ihn in einem Kästchen auf und würzt bedächtig die Polenta damit.
Das Gute liegt im Lavanttal so nah
Das Wirte-Ehepaar Gisela und Richard Poppmeier lebt buchstäblich im Schlaraffenland. Rund um das beliebte St. Pauler Gasthaus finden sie die besten Produkte, die man sich als Wirte wünschen kann.
Ein Anruf genügt und Gerhard Marzi fischt auf Wunsch Kaiserforellen, Bachsaiblinge oder Karpfen aus seinem Teich.
Christian Jäger vom Kammerhof baut auf seinen Feldern Artischocken an, wenn die Spargelernte vorbei ist. Nicht nur für den Schweinsbraten verwendet Poppmeier den wunderbaren Knoblauch von Margit Holzer, den sie auf den nahen Feldern kultiviert.
Die Mitglieder der Mostbarkeiten, vor allem deren Obmann Hans Köstinger, sorgen fürs Flüssige: den köstlichen sortenreinen Apfelwein. Nachbar Dominikus Spendel liefert den guten Schluck zum Nachtisch: sortenreine Schnäpse aus alten Sorten der eigenen Apfelgärten.