Mit glutenfreiem Hadn voll im Trend
Das Gasthaus Hafner bei Neuhaus/Suha ist bekannt für köstliche Rezepte aus dem Power-Getreide Hadn.

"Was die Landwirtschaft hergibt, wird auch verkocht.“ Klingt verheißungsvoll, denn die Familie Rupitz aus Neuhaus/Suha ist gerade dabei, ihre Landwirtschaft auf Bio umzustellen. „Man glaubt gar nicht, wie man den Qualitätsunterschied merkt. Die Gäste schmecken das sofort“, sagt Sabine Rupitz. Sie muss es wissen, schiebt sie doch Sonntag für Sonntag den bei den Gästen so beliebten Schweinsbraten ins Rohr. Er stammt aus einer besonderen Züchtung: Durok- oder Mohrenkopfschweine, die sich genüsslich im Freien hinter dem Haus im Stroh suhlen. „Die Tiere haben viel Auslauf und wachsen langsamer, deshalb ist das Fleisch gut marmoriert und voll Geschmack“, befindet Wirt Peter Rupitz. Hinter dem Haus befindet sich auch das Gelände für die glücklichen Hühner, Peters Selchkammer für Speck und Würste und Sabines Gemüsegarten, in dem Strankerln, Salat, Paradeiser, Zucchini, Kräuter und vieles mehr sprießen und gedeihen. Getreide und Sojabohnen für die Schweine, Erdäpfel und der Hadn – das wichtigste Getreide beim Hadnwirt – wachsen auf den umliegenden Feldern. Mitte September wird der Hadn mit einem zünftigen Fest gefeiert.
Der Hafner ist auch bekannt für seine gehaltvollen Suppen mit viel Lustock und riesigen Leberknödeln, Rindfleisch mit Krensoße, Schlachtplatten und die köstlichen Hadngerichte, wie Hadnkranznudeln, Hadnsterz und die unnachahmliche Hadntorte mit Schlagobers und Preiselbeeren. Damit liegen die Wirtsleute voll im Trend. Hadn (Buchweizen) ist glutenfrei und strotzt nur so von Vitaminen und Mineralstoffen. „Ich bin mit dem Hadn aufgewachsen“, beschreibt der Hadnwirt den Geschmack seiner Kindheit. Im Vorjahr hat man das 200-Jahr-Jubiläum des Gasthauses Hafner gefeiert. Bei Renovierungsarbeiten am Haus wurde ein mit Grünspan überzogener Kreuzer aus dem Jahr 1816 gefunden. Handwerker hatten ihn damals eingemauert, damit der Familie Glück beschieden sei.
Rezept: Ein Kaiserschmarrn aus Hadnmehl
Das Rezept für den Hadn-Kaiserschmarrn stammt von Mutter Hannelore Rupitz:
Man nehme 50 Gramm Butter, 6 Eier, 200 Gramm Hadnmehl, 0,3 Liter Milch, eine Messerspitze Bourbon-Vanillezucker, 90 Gramm Rosinen, 1 Prise Salz, 2 Esslöffel Kristallzucker, Staubzucker zum Streuen. Milch mit dem Hadnmehl, Salz und Vanillezucker zu einer breiigen Masse verrühren. Eier vom Eiklar trennen und das Eigelb unter den Brei rühren. Eiklar zu Schnee schlagen und unter die Masse heben.
In einer großen Pfanne die Butter schmelzen und unter kleiner Flamme erhitzen. Nach zwei Minuten die Rosinen einstreuen und den Schmarrn in der Pfanne wenden. Nach ein bis zwei Minuten den gebackenen Teig auseinanderreißen und die Stücke weiter vorsichtig anbraten.
Danach etwas Butter und Kristallzucker zugeben und den Schmarrn karamellisieren. Mit Zwetschkenröster oder Kompott servieren und – vom Kalorienzählen absehen.
Die Lieferanten
Die meisten Zutaten produziert die Familie Rupitz selbst. Wenn allerdings Lieferanten zum Zug kommen, müssen sie aus der Gegend sein. Zum Beispiel Markus Trampusch aus Aich/Dob, der mit Biofleisch aushilft, die Familie Pungartnig aus Heiligenstadt, die frische Forellen vorbeibringt und Köstliches aus Hadn produziert oder die Kömmler Bauern, die Rindfleisch liefern. Brot bäckt die Bäckerei Heimburger aus St. Michael, vom Kammerhof in St. Andrä stammt der Spargel. Bekannt sind die zahlreichen Salami-Produzenten aus Südkärnten für ihre prämierten Salamis.
Die Wirtsfamilie
Peter Rupitz übernahm das Gasthaus Hafner in Oberdorf bei Neuhaus nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1999. Mit seiner Frau Sabine führt er es gemeinsam seit dem Jahr 2009 außerdem einen Bio-Umstellungsbetrieb. Eine große Unterstützung ist Mutter Hannelore, die noch fleißig in der Küche werkt und die alten Hadnrezepte umsetzt. Mit den Söhnen Lukas und Matthias wächst schon die nächste Wirtegeneration heran.