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Kostbar geschliffene Emotionen

Leoben ist eine wunderschöne kleine Stadt und lockt Studenten mit weltweit begehrtem Know-how in Scharen an. Und Leoben hat Tradition und steht dazu, mit Herz und Verstand.

Ausgebildet von einem Mönch, bringt Juwelier Michael Wieser  durchaus weltliche Freuden
© Werner Krug
Ausgebildet von einem Mönch, bringt Juwelier Michael Wieser durchaus weltliche Freuden
Mirella Kuchling
© Marcus Auer
Auch heute noch erhält man esquisite Steine im Fachhandel
© Andreas Schöberl
Auch heute noch erhält man esquisite Steine im Fachhandel

KUNST ERLEBEN

Kein Wunder also, dass die Alteingesessenen Betriebe Geschichten zu erzählen haben und mit ihrem Können begeistern. So auch der Goldschmied Michael W. Wieser, der ein Auge auf alles Schöne geworfen hat: Da funkelt und glitzert es in den Vitrinen seines Geschäftes, neben klassischem und modernem Schmuck, feinst gearbeitet, versteht sich, ziehen wunderschöne Schreibgeräte und Bestecke das Auge des Betrachters auf sich. In Sachen (Marken-)Uhren bietet Wieser ebenfalls ein einzigartiges Sortiment. „Man umgibt sich“, so schmunzelt der Juwelier, „eben mit all dem, was das Leben so lebenswert macht“. Eine Bemerkung, die sicherlich auch seine Frau Irene mit einschließt, die ihm im Familienbetrieb seit 29 Jahren treu zur Seite steht. Der erste Schmuck, den er seiner Irene ansteckte, war übrigens ein selbst entworfener und gefertigter Saphirring in Gelbgold.
Mönch als Lehrmeister. Ausgebildet wurde der Silberschmied seinerzeit in der Abtei Seckau. Als Schüler des dortigen Gymnasiums zog Michael W. Wieser die Goldschmiede Bruder Bernwards magisch an. Als er, der neugierige Schüler und begabte Zeichner, sie dann endlich besichtigen durfte, ließ der Geistliche ihn gleich zur Aufnahmeprüfung antreten. Davon hatte der damalige Schüler nichts geahnt, aber er überzeugte durch seine Fingerfertigkeit und so nahm ihn der für seine wunderschönen sakralen, aber auch weltlichen Arbeiten bekannte Ordensbruder auf der Stelle als Lehrling an. All seine Begeisterung und seine hochwertige Ausbildung verdankt der Juwelier diesem Mönch. Nach der geistlichen, wie Wieser sie gerne bezeichnet, absolvierte er auch noch eine weltliche Lehrzeit, und zwar bei der Firma Musil in Wien, wo er dann seine Meisterprüfung ablegte.
Regionale Anlaufstelle. Die Leobner und nicht nur diese sind glücklich, bei Wieser auch eine Fachwerkstätte zu finden, die alten Stücken zu neuem Glanz verhilft. Seit nunmehr sieben Jahren unterstützt Herr Fritz den Goldschmied mit großem handwerklichen Geschick. Er hatte zufällig in der Kleinen Zeitung gelesen, dass Michael W. Wieser eine Fachkraft sucht und pendelt seither täglich von Graz in die schöne Bezirksstadt. Eine der Leidenschaften Wiesers, die noch aus seiner Zeit in der Abtei stammt, ist es übrigens, wertvolle Steine zu betrachten. Das kommt seiner Tätigkeit als gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger für Gold- und Silberwaren, Juwelen und Edelsteinen natürlich entgegen. Voll Begeisterung erzählt er von seinen Edelsteinen, aus denen die neue Michael Wieser Collection entstehen wird. Zu Prachtstücken wie diesen kommt der Goldschmied durch sein seit Jahrzehnten aufgebautes Netzwerk. Wenn ich einen Stein sehe“, erzählt Wieser mit leuchtenden Augen, „dann habe ich bereits das passende Schmuckstück dazu vor Augen“. Da diese Gabe nicht allen Schmuckliebhabern gegeben ist, lädt der Juwelier immer wieder zu Veranstaltungen ein, bei welchen er seinen Kunden das Handwerk näherbringt. „Der schönste Entwurf ist der, der gefällt“, betont Wieser. Und der schönste Moment für ihn ist, wenn ein Schmuckstück abgeholt und begeistert angenommen wird. Wobei die Freude meist über Generationen anhält. Und genau so soll es sein.Geheimtipp des Landesinnungsmeisters Rupert Hofer: Ein Besuch auf Burg Rabenstein, denn wo sonst kann man Kunst, Design und Handwerkskunst schöner präsentiert erleben als in diesem geschichtsträchtigen Gebäude, unweit von  Frohnleiten.
Termin: 2. Kunst, Design und Handwerk Ausstellung, 30. September 2017 und 1. Oktober
2017, 10–18 Uhr.
Kunsthandwerke Steiermark: wko.at/stmk/kunsthandwerke

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GLAS- UND HOLZKUNST | Vor acht Jahren erlernte die Landesbeamtin Brigitte „Guggi“ Prentler bei der oberösterrei­ chischen Firma Creativ-­Glas das Glasfusen, besser bekannt als Glasschmelzen. „Von da an hat mich der Virus, das Arbeiten mit dem heißen Glas, nicht mehr losgelassen“, erzählt sie. Von Hausnummern über einzigartigen Schmuck bis hin zu Skulpturen entsteht alles in Prentlers Atelier in Weißkirchen im Murtal.
GLAS- UND HOLZKUNST|Vor acht Jahren erlernte die Landesbeamtin Brigitte „Guggi“ Prentler bei der oberösterrei­ chischen Firma Creativ-­Glas das Glasfusen, besser bekannt als Glasschmelzen. „Von da an hat mich der Virus, das Arbeiten mit dem heißen Glas, nicht mehr losgelassen“, erzählt sie. Von Hausnummern über einzigartigen Schmuck bis hin zu Skulpturen entsteht alles in Prentlers Atelier in Weißkirchen im Murtal. © KK

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